Gericht bleibt unter Forderung des Staatsanwalts
Saarbrückens OB zu Geldstrafe verurteilt

Das Amtsgericht Saarbrücken hat den Oberbürgermeister der Landeshauptstadt, Hajo Hoffmann (SPD), am Mittwoch wegen Untreue in zwei Fällen zu einer Geldstrafe von 25 000 ? verurteilt.

rtr SAARBRÜCKEN. Damit blieb das Gericht unter der Forderung der Staatsanwaltschaft, die 33 750 ? beantragt hatte. Richterin Silke Bamberger sagte bei der Urteilsverkündung, Hoffmann habe vorsätzlich gehandelt und sich auf Kosten der städtischen Entwicklungs- und Siedlungsgesellschaft (ESG) bereichert. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass Hoffmann beim Bau seines Privathauses kostenlos Arbeiten von Firmen hatte machen lassen, die mit der ESG verflochten sind. Der ESG sei dadurch ein Schaden von über 55 000 DM (28 120 ?) entstanden. Hoffmann als ESG-Aufsichtsratsvorsitzender habe seine Pflicht verletzt, Schaden von der Gesellschaft abzuwenden und sich damit der Untreue schuldig gemacht. Zudem habe Hoffmann vcon vornherein gewusst, dass ihm keine Rechnungen ausgestellt würden. Für die Bau- und Gartenarbeiten an seinem Haus hätten sich dann die Firmen an der ESG schadlos gehalten, sagte Bamberger weiter. Hoffmann vernahm das Urteil mit steinernem Gesicht. Während des über ein halbes Jahr andauernden Verfahrens hatte Hoffmann weiterhin sein Oberbürgermeister-Amt ausgeübt. Als Präsident des Deutschen Städtetages hatte er sich dagegen vorläufig beurlauben lassen. Nach der Urteilsspruch kündigte Hoffmann an, in Berufung zu gehen. Er wolle in seinen Ämtern als Oberbürgermeister und Städtetags-Präsident bleiben. Ein Rücktritt würde als Schuldeingeständnis gewertet werden.

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