Gericht ebnet den Weg
Gerling darf Globale Rück verkaufen

Der Kölner Versicherungskonzern Gerling darf nun doch seine angeschlagene Rückversicherungstochter Gerling Globale Rück verkaufen. Der Hessische Verwaltungsgerichtshof wies am Freitag eine Beschwerde der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) gegen den Verkauf der Tochter an den Geschäftsmann Achim Kann zurück, teilte die Bafin in Bonn mit.

Reuters DÜSSELDORF. Der Gerichtshof sehe keine ausreichende gesetzliche Grundlage für die Untersagung des Erwerbs eines Rückversicherungsunternehmens, hieß es weiter.

Gerling-Konzernchef Björn Jansli begrüßte die Entscheidung als wichtig für die Handlungsfreiheit des Gerling-Konzerns. "Wir gehen davon aus, dass nun auch die ausländischen Aufsichtsbehörden rasch den Rück-Verkauf genehmigen", sagte er. "Außerdem sind wir sicher, dass die Ratingagenturen die Signalwirkung dieses Urteils erkennen", fügte er hinzu.

Die Rating-Agentur Standard & Poor's (S&P) hatte zuletzt das Rating für die Sachversicherungstochter Gerling-Konzern Allgemeine Versicherungs-AG (GKA) auf BB+ von A+ zurückgestuft und diesen Schritt vor allem mit der ungewissen Finanzlage des Gerling-Konzerns insgesamt begründet. Jansli hatte wiederholt erklärt, ein A-Rating sei für die überwiegend im Industrieversicherungsgeschäft aktive GKA unerläßlich. GKA-Chef Wolfgang Breuer hatte angekündigt, mit dem derzeitigen Rating werde man einen spürbaren Teil des Industriegeschäfts bei den im Herbst anstehenden Neuverhandlungen mit großen Versicherungsnehmern nicht halten können.

Der Verkauf der Globale Rück gilt als wichtige Hürde für die weitere Sanierung des traditionsreichen Versicherungskonzerns. Gerling will sich im Konzern einen Partner ins Boot holen und führt dazu nach Janslis Angaben bereits Gespräche sowohl mit strategischen als auch Finanzinvestoren. Die Bafin hatte beim Hessischen Verwaltungsgerichtshof Beschwerde gegen den Beschluss des Verwaltungsgerichts Frankfurt eingelegt, demzufolge der Einspruch der Aufsichtsbehörde gegen den Verkauf der Rückversicherungsgruppe an die Globale Management GmbH des Achim Kann aus grundsätzlichen Gründen rechtswidrig sei.

Die Bafin sehe weiterhin gute Gründe für eine Anteilseignerkontrolle auch bei Rückversicherungsunternehmen, hieß es seitens der Behörde in Reaktion auf den Richterspruch des Verwaltungsgerichtshofs weiter. Man werde die Entscheidung aber respektieren und betrachte damit das Gerichtsverfahren in Sachen Gerling Globale Rück als abgeschlossen.Versicherungsnehmern nicht halten können.

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