Gericht prüft Weigerung der Regierung, die Flüchtlinge aufzunehmen
Australien beginnt mit Abtransport der Flüchtlinge

Die auf dem norwegischen Frachter "Tampa" vor der australischen Weihnachtsinsel festsitzenden 433 Flüchtlinge werden nach Angaben von Australiens Ministerpräsident John Howard noch am Montag mit dem australischen Truppen-Transportschiff "Manoora" in Richtung Papua-Neuguinea verschifft.

Reuters MELBOURNE/WEIHNACHTSINSEL. Howard sagte, die Flüchtlinge würden von der "Manoora" aufgenommen. Die Aktion werde etwa sechs Stunden dauern. Zuvor hatte ein Bundesgericht in Melbourne den Abtransport der Flüchtlinge, die Australien nicht an Land lassen will, erlaubt. Zugleich soll aber dem Urteil zufolge weiter geprüft werden, ob die Weigerung der australischen Regierung, die Flüchtlinge aufzunehmen, rechtens ist.

Die zumeist afghanischen Flüchtlinge hatten auf dem Weg von Indonesien nach Australien Schiffbruch erlitten. Die "Tampa" hatte sie am 26. August gerettet, Indonesien und Australien lehnten ihre Aufnahme ab.

Die australische Regierung hatte am Sonntag mitgeteilt, die Flüchtlinge sollten vom Frachter geholt und per Schiff nach Papua-Neuguinea gebracht werden. Von dort sollten sie nach Neuseeland und auf die Insel Nauru geflogen werden, wo ihre Asylanträge überprüft werden sollten. Nauru hat zugestimmt, 283 Flüchtlinge aufzunehmen, so lange ihr Anspruch auf Asyl geprüft wird. Neuseeland ist bereit, für diese Zeit 150 Flüchtlinge aufzunehmen.

Starke Winde machen den Transfer der Flüchtlinge, darunter viele Frauen und Kinder, schwierig, wie Hafenmeister Don O'Donnel Reuters sagte. Die Flüchtlinge würden mit Barkassen zu dem Truppentransporter gebracht. Jeder erhalte neue Schwimmwesten. Eine Barkasse könne etwa 30 Flüchtlinge aufnehmen, sagte O'Donnel weiter. Die "Tampa" werde so positioniert, dass die Barkassen im Windschatten fahren könnten.

Der Richter am Bundesgericht, Tony North, sagte: "Ich möchte die Parteien beglückwünschen, dass sie eine anscheinend sehr humane Lösung in einem schwierigen Fall gefunden haben." Zugleich soll dem Urteil zufolge aber weiter geprüft werden, ob die Weigerung der australischen Regierung, die Flüchtlinge aufzunehmen, rechtens ist. Diese Prüfung hatte eine Menschenrechtsgruppe verlangt und damit am Freitag erwirkt, dass die australische Regierung bis zur Entscheidung des Gerichtes die Flüchtlinge nicht wegbringen lassen durfte. Stattdessen sollten die Flüchtlinge in Australien um Asyl bitten dürfen, so die Forderung der Gruppe.

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