Gericht verurteilt Verhalten als grob fahrlässig
Reiseschecks nicht im Auto liegen lassen

Das Zurücklassen von Reiseschecks in einem Auto wird vom Frankfurter Oberlandesgericht (OLG) als grob fahrlässig bewertet. Das Kreditunternehmen ist daher bei einem Diebstahl nicht verpflichtet, die Schecks zu ersetzen oder den vom Kunden eingezahlten Vorschuss zu erstatten.

HB/dpa FRANKFURT/MAIN. Diese Grundsätze gehen aus einem in der Zeitschrift "OLG - Report" veröffentlichten Urteil des Frankfurter Gerichts hervor (Az.: 10 U 30/02).

Das Gericht wies mit seinem Urteil die Klage eines Reisenden gegen ein Kreditunternehmen ab. Der Kläger hatte Reiseschecks im Wert von insgesamt 24 000 US-Dollar (rund 21 500 Euro) in einem unter den Sitz geschobenen Aktenkoffer zurückgelassen. Nach seiner Rückkehr war das Fahrzeug aufgebrochen und der Koffer mit den Reiseschecks gestohlen worden. Allerdings hat bisher niemand die Schecks eingelöst. Der Kläger verlangte von dem Kreditunternehmen die Rückzahlung des von ihm eingezahlten Vorschusses.

Das OLG hielt dem Kläger jedoch vor, seine vertraglichen Sorgfaltspflichten grob fahrlässig verletzt zu haben. Denn er hätte damit rechnen müssen, dass sein Fahrzeug aufgebrochen werde. Daher sei es als grob fahrlässig zu werten, wenn jemand Reiseschecks über diese hohe Gesamtsumme in einem Wagen zurücklasse.

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