Gerichtsprozess hat begonnen
Mutter ermordete ihren kleinen Sohn

Vor dem Berliner Landgericht muss sich seit Mittwoch eine allein erziehende Mutter verantworten, die ihren zweijährigen Sohn in einer vermüllten Wohnung qualvoll verhungern und verdursten ließ.

HB/dpa BERLIN. Die Staatsanwaltschaft wirft der Frau Mord aus Hass vor. Sie habe das Kind getötet, weil es seinem Vater ähnlich gesehen habe. Zudem habe der kleine Junge den Männerbekanntschaften der Angeklagten im Weg gestanden.

Die 22-Jährige sagte zu Prozessbeginn, "es tut mir sehr Leid und ich bereue sehr". Sie habe ihren Jungen Alisan nicht gehasst, sondern geliebt. Dennoch - an einem Tag im vergangenen November schloss die junge Frau die Tür ihrer Wohnung im Stadtteil Wilmersdorf und kehrte nicht mehr zurück. Alisan wurde am 5. Januar von der Feuerwehr gefunden. "Wir dachten, im Müll zwischen Sessel und Couch liegt ein Stofftier", schilderte ein Feuerwehrmann den entsetzlichen Fund.

"Es ging mir richtig schlecht und ich war depressiv", sagte die Angeklagte, die ihrer Darstellung nach im vorigen Jahr Drogen nahm und auf den Strich ging. "Ich bin einfach aus der Wohnung raus und durch die Straßen gelaufen", erklärte die Russin. Sie sei ohne Gepäck gegangen und wohnte abwechselnd bei einer Freundin und einem neuen Freund. Der Junge, ein liebes Kind, habe ihren Lebenswandel nicht gestört, widerrief die Angeklagte frühere Aussagen. Wenn sie bei der Polizei von Hass gesprochen habe, meinte sie nicht Alisan, sondern, dass der Junge wie sein Vater aussah. Den Mann habe sie gehasst, betonte sie. Der Prozess wird kommenden Dienstag fortgesetzt.

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