Gerichtsurteil beschert Anlegern Millionen
Spätes Glück für Leffers-Aktionäre

Ehemalige Aktionäre der Leffers AG können sich freuen: Auf sie wartet ein später Geldregen. Rund fünf Jahre nach der Fusion des Modehauses zur Sinn-Leffers AG (Hagen) werden ihnen insgesamt 3,26 Millionen Euro nachgezahlt. Der Grund: Zehn Kleinaktionären bekamen vor dem Dortmunder Landgericht Recht.

HB DORTMUND. Die Kläger hatten sich dagegen gewehrt, dass bei der Unternehmens- Verschmelzung drei Leffers-Aktien in nur zwei Sinn-Leffers-Aktien umgewandelt worden waren. Die gewährte Einmalzahlung von 1,16 DM (0,59 Euro) pro Aktie hätte diesen Verlust nicht ausgeglichen.

Die Richter regten am Mittwoch die gütliche Einigung an, da der Börsenwert von Leffers zum Zeitpunkt des Zusammenschlusses tatsächlich nicht berücksichtigt worden sei. Stattdessen hatte die Sinn-Leffers AG mehrere Wirtschaftsprüfungs-Unternehmen damit beauftragt, den Unternehmenswert der beiden fusionierenden Konzerne zu ermitteln. Allein die Kosten für die hierfür notwendigen Gutachten beliefen sich auf umgerechnet 500 000 Euro bis eine Million Euro.

Im Jahr 2000 hatte allerdings das Bundesverfassungsgericht in einem grundlegenden Urteil entschieden, dass der Börsenwert des übertragenen Unternehmens bei der Ermittlung des Umtauschverhältnisses die Untergrenze zu bilden hat. Danach hatten die Aktionäre der Leffers AG bei der Verschmelzung der Modehäuser am 11. Juli 1997 eine viel zu geringe Entschädigungszahlung erhalten.

Um einen noch längeren Rechtsstreit zu vermeiden, einigten sich die klagenden Kleinaktionäre und das Unternehmen am Mittwoch darauf, pro Aktie noch einmal 17,90 Euro zu zahlen. Dieser Vergleich gilt auch für alle übrigen Kleinaktionäre. Insgesamt muss die Bielefelder Sinn-Leffers AG exakt 3 264 900 Euro aufbringen. Von den 600 000 Wertpapieren befinden sich 182 400 in Besitz von Kleinaktionären.

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