Gerichtsurteil
Direktor ist nicht automatisch Leitender

Wer einen gut klingenden Titel hat, ist nicht unbedingt gleich leitender Angestellter. Das kann auch Vorteile haben - wenn es mit dem Chef mal zum Krach kommt und Kündigung droht.

ddp FRANKFURT/MAIN. Wenn in einer Stellenbezeichnung der Titel "Direktor" auftaucht, bedeutet dies nicht zwangsläufig, dass es sich um eine leitende Position im Unternehmen handelt. Für das Gehalt mag das schädlich sein, arbeitsrechtlich bringt dies jedoch Vorteile, wie ein Urteil des Arbeitsgerichts Frankfurt am Main zeigt.

In dem verhandelten Fall hatte eine "Kreativ-Direktorin" gegen den Arbeitgeber geklagt, da ihr die Kündigung ohne Mitwirkung des Betriebsrates ausgesprochen wurde. Das Unternehmen war der Ansicht, dass eine Beteiligung der Arbeitnehmervertretung nicht notwendig gewesen sei, da es sich bei der Klägerin um eine leitende Angestellte handele. Tatsächlich hatte die Beschäftigte über wichtige Angelegenheiten entschieden und war für zehn Kollegen verantwortlich. Darüber hinaus hatte die Klägerin in einzelnen Fällen ein Einstellungs- und Kündigungsrecht ausgeübt.

Für die Qualifizierung als leitende Angestellte reiche dies nicht aus, entschied das Gericht. Die Befugnis zur Einstellung und Kündigung müsse einen wesentlichen Bestandteil des Arbeitsverhältnisses ausmachen. Andernfalls könne nur dann von einem leitenden Status ausgegangen werden, wenn die Zahl untergebener Mitarbeiter erheblich ist. Der Titelzusatz "Direktorin" sei arbeitsrechtlich nicht ausreichend. (AZ: 18 Ca 1186/02, Quelle Anwaltonline.de)

ddp.

vwd/rog/hoe 070705 Okt 02

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%