Gericom attackiert Toshibas Vorherrschaft
Preiskampf nun auch bei Notebooks

Gericom belgt mit rund 400 000 verkauften Notebooks im 2. Quartal 2001 den ersten Platz unter den Herstellern. Doch Toshiba sieht nicht tatenlos zu: Der Marktführer bringt jetzt ein Gerät für nur 2999 DM auf den Markt.

sgr/HB DÜSSELDORF. Die gerade vorgelegten Zahlen des österreichischen Notebook-Herstellers Gericom AG lassen den Marktführer Toshiba offenbar nicht kalt. Der Linzer Hersteller der tragbaren Rechner dringt nicht nur in die bislang von den Japanern erfolgreich verteidigte Oberklasse ein, sondern hat sich mit seinem Direktmarketing inzwischen auch deutliche Vorteile aufgebaut - so wie einst Dell den Marktführer Compaq herausforderte und inzwischen übertrumpft hat. Gericom ist, wie Dataquest ermittelt hat, mit einem Marktanteil von 13,7 % dem Konkurrenten Toshiba (14,3 %) schon sehr nahe gerückt. Laut Schätzungen von Dataquest belegte Gericom bereits im 2. Quartal 2001 in Deutschland mit rund 40 000 verkauften Notebooks den ersten Platz. In Österreich sind die Linzer mit einem Marktanteil von 36 % ohnehin unangefochtener Marktführer.

Notebooks und Web Appliances, zu denen vor allem die Persönlichen Digitalen Assistenten (PDA) zählen, gelten derzeit noch als wachstumsstarke Marktsegmente der Informationstechnologie. Gericom wendet sich zudem über große Handelsketten an private Endkunden. Außerdem verstärken die Österreicher die Expansion ins europäische Ausland.

Toshiba mit super-günstigem Angebot

Doch Toshiba sieht nicht tatenlos zu. Wie die Fachzeitschrift "Computerpartner" berichtet, will Toshiba in der 35. Kalenderwoche ein Notebook für 2 999 DM anbieten, das nach Angaben von Marktkennern nur subventioniert sein kann. Einziger Nachteil wird wohl sein, dass das Gerät mit einem Prozessor bestückt wird, der wegen seiner ungünstigen Energiebilanz und seines höheren Kühlbedarfs sonst nur in Desktops eingebaut wird.

Aber auch Gericom hat Pläne: Über den Discounter Lidl wollen die Österreicher zeitgleich ein Notebook 500 DM unter dem Toshiba-Angebot vertreiben, allerdings mit einem halb so großen Hauptspeicher und einer billigeren Grafikkarte.

Gericom setzt zudem auf Eigenständigkeit. Gericom-Chef Hermann Oberlehner deutete in einem Zeitungsinterview an, dass man sich bei den PDA-Betriebssystemen nicht mehr an die von Microsoft vorgegebenen Standards halten wolle und auf ein deutlich preiswerteres chinesisches Betriebssystem setze.

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