Gericom gehört am Freitag zu Gewinnern
Gericom bekräftigt Prognose für das Gesamtjahr

Die Gericom AG sieht sich nach dem zweiten Quartal 2002 wieder auf dem ursprünglichen Wachstumskurs. Der Linzer Notebookhersteller hat am Freitag ein besseres Quartalsergebnis präsentiert, aber auch klar gemacht, dass man ein starkes viertes Quartal brauche, um die revidierten Prognosen erreichen zu können.

Reuters WIEN. Der Markt reagierte vorerst positiv auf die Zahlen. Gericom gehörte am Neuen Markt am Freitag zu den großen Gewinnern. Die Aktie legte bis 13.20 Uhr MESZ um 7,94 % auf 12,65 (11,72) Euro zu. Sie war aber am Hoch schon bei 13,80 Euro gewesen. Seit Jahresbeginn liegt Gericom 58,79 % im Minus, während der Nemax50 55 % im Minus liegt.

"Im vierten Quartal brauchen wir ein Umsatzplus von 20 %. Dann können wir bei Umsatz und Ergebnis an das Vorjahr heran kommen", sagte Gericom-Finanzvorstand Gerhard Leimer am Freitag.

Den Optimismus schöpfe man daraus, sagte Leimer, dass für Westeuropa ein Wachstum im Notebook-Markt von 20 bis 25 % erwartet wird. In Deutschland, dem mit Abstand wichtigsten Markt für Gericom, würde von Dataquest ein Zuwachs von 25 % erwartet. Der deutsche Markt machte laut Leimer im zweiten Quartal 75 % des Gesamtumsatzes aus.

Höherer Auftragsstand

Stärker als der Markt würde man wohl nicht wachsen, sagte Leimer. Insgesamt laufe aber das Geschäft im dritten Quartal bereits gut und man sei wegen des höheren Auftragsstandes - ein Plus von 14,8 % auf 46,1 Mill. Euro per Ende Juni - auch optimistisch für das vierte Quartal. Den aktuellen Bestand an Aufträgen bezifferte Leimer mit 85 Mill. Euro.

Laut Leimer sei Gericom nun auch breiter aufgestellt. Im zweiten Halbjahr sollen neben den etablierten Produkten auch "Trend-Produkte" auf den Markt gebracht werden. Im Frühjahr hatte Gericom das "outdoor"-Notebook X5 präsentiert, das schock- und wasserresistent ist und gewissermaßen unverwüstlich sei. Seit Juli 2002 würde ein Design-Notebook angeboten, es gebe aber auch Billigangebote, heißt es in der Mitteilung von Gericom.

Nach dem Umsatzeinbruch im ersten Quartal 2002 um 46 % hat Gericom von April bis Juni den Umsatz um 17 % auf 123 (104,9) gesteigert. Das Betriebsergebnis (EBIT) wurde mit 5,5 (5,2) Mill. Euro genannt. Der Periodenüberschuss sei auf 5,0 (3,4) Mill. Euro gestiegen, hatte Gericom mitgeteilt.

Umsatzeinbruch im ersten Quartal

Der Umsatzeinbruch im ersten Quartal hatte damit zu tun, dass sich Gericom Intel gebeugt hatte und deshalb Hauptkunden nicht mit Notebooks mit Pentium-Prozessoren beliefern konnte. Dieser Lieferengpass hatte zur Revision der Umsatz- und Ergebnisprognose geführt und die Aktie stark belastet. Nach ursprünglichen Plänen wollte Gericom beim Umsatz um weitere 100 Mill. Euro zulegen und eine EBIT-Marge von 5,3 % erreichen.

Im Jahr 2001 hatte Gericom einen Umsatz von 540 Mill. Euro und einen Jahresüberschuss von 18,45 Mill. Euro erzielt.

Diversifiziert habe man auch die Zulieferbasis. Seit April baue Gericom auch Notebooks mit AMD-Prozessoren. Dadurch sollen künftig Lieferengpässe wie im ersten Quartal vermieden werden, heißt es in der Aussendung.

Analysten sehen Ergebnis teilweise positiv

Günter Artner, Analyst der Ersten Bank, sagte zu Reuters, dass Gericom mit der operativen Marge im zweiten Quartal unter den Erwartungen gelegen ist. "Wir hatten fünf Prozent EBIT-Marge erwartet, sie liegt jetzt bei 4,5. Das ist nicht ganz optimal", sagte Artner. Positiv sei aber zu sehen, dass der Ausblick auf das Gesamtjahr bestätigt wurde.

Die Erste Bank bestätigt ihre Empfehlung "Kaufen", weil Gericom auf dem Niveau nach wie vor ein günstiger Wachstumswert sei.

Natalia Lenz, Analystin der Consors Capital in Frankfurt, sagte, dass "das EPS sehr gut ist, die Marge lässt jedoch zu wünschen übrig". Laut Lenz sei der Ausblick eher ambitioniert.

35 % des Jahresumsatzes mit Weihnachtsgeschäft

Gericom macht nach Angaben von Leimer 35 % des Jahresumsatzes mit dem Weihnachtsgeschäft. Lenz meinte nun, dass sie wohl diesen Anteil auf 40 bis 50 % steigern müssten, um die Ziele zu erreichen.

Aber auch Lenz rät zum Kauf, weil die Aktie günstig bewertet sei und Gericom eine sehr gute Dividende zahle. Laut Reuters 3000 weist Gericom ein Kurs-Gewinn-Verhältnis für 2002 von knapp sieben und eine Dividendenrendite von 5,5 % auf.

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