Geringe Beteiligung an den Landtagswahlen
Wähler nicht sonderlich interessiert

Die Landtagswahlen in Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg rufen bei den Wählern keine Begeisterung hervor. Kurz vor dem Schließen der Wahllokale wird aus beiden Länder eine geringe Beteiligung gemeldet. Das Musterländle steht wirtschaftlich vorn Ruhiger Wahltag in Rheinland-Pfalz

Reuters STUTTGART/MAINZ. Mit mäßiger Wahlbeteiligung haben am Sonntag in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz die Landtagswahlen begonnen. In Baden-Württemberg wählten bis drei Stunden vor dem Schließen der Wahllokale nach offiziellen Angaben 38,2 Prozent der Wahlberechtigten. Eine Vergleichszahl von 1996 lag nicht vor, weil damals die Beteiligung erst um 17.00 Uhr erhoben worden war. Bis zum Mittag war die Wahlbeteiligung jedoch mit 17,1 Prozent rund 3,3 Prozentpunkte niedriger gewesen als bei der vergangenen Wahl.

Beck weiter zuversichtlich

Auch in Rheinland-Pfalz war die Wahlbeteiligung nach Einschätzung des statistischen Landesamtes bisher niedriger als bei der Landtagswahl 1996. Landesweite Zahlen lagen zunächst nicht vor. Der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck (SPD) zeigte sich gut zwei Stunden vor Wahlschluss zuversichtlich, erneut zu gewinnen. "Es wäre gemogelt, wenn ich etwas Anderes sagen würde. Mit 42 Prozent wäre ich sehr zufrieden." Auch Wahlforscher erwarteten in Rheinland-Pfalz einen komfortablen Wahlsieg für die einzige sozial-liberale Koalition auf Landesebene.

10 Millionen Wahlberechtigte

In beiden Bundesländern waren insgesamt rund 10 Millionen Bürger zur Wahl aufgerufen. Mit ersten Prognosen wird unmittelbar nach Schließung der Wahllokale um 18 Uhr gerechnet. Die Wahlen gelten auch als Stimmungstests für die rot-grüne Koalition im Bund und für die neue CDU-Führung in Berlin. Als besonders spannend betrachten die Wahlforscher die Wahl in Baden-Württemberg, wo es bei einem guten Abschneiden der rechtsextremen Republikaner für eine Neuauflage der schwarz-gelben Koalition knapp werden könnte.

Teufel macht in Baden-Württemberg Boden gut

In Baden-Württemberg hatte die CDU von Ministerpräsident Erwin Teufel kurz vor der Wahl in den Umfragen wieder aufgeholt. Eine Erhebung des Forsa-Instituts vom 20. März sah die CDU mit 41 Prozent nur noch knapp unter ihrem Wahlergebnis von 1996, als sie mit 41,3 Prozent ihre Position als stärkste Partei ausgebaut und zusammen mit der FDP (9,6 Prozent) die Regierung gebildet hatte. Die Liberalen kamen nach der Umfrage auf 9 Prozent der Stimmen. Die SPD durfte auf einen Zugewinn auf 32 Prozent hoffen, nachdem sie im Jahr 1996 mit 25,1 Prozent das bisher schlechteste Ergebnis eingefahren hatte. Die Grünen wurden nach 12,1 Prozent bei der vergangenen Wahl diesmal bei etwa acht Prozent der Stimmen gesehen. Die Republikaner kamen nach der Umfrage auf sechs Prozent nach bisher 9,1 Prozent.

SPD und FDP in Rheinland-Pfalz klar vorne

In Rheinland-Pfalz wurde der SPD in einer Erhebung des Meinungsforschungsinstituts Infratest Dimap ein Zuwachs von 3,2 Prozentpunkten auf 43 Prozent vorhergesagt. Damit würde es der SPD zusammen mit der FDP wieder zu einer klaren Mehrheit reichen. Nach der von den "ARD-Tagesthemen" in Auftrag gegebenen Umfrage kam der kleinere Koalitionspartner auf neun Prozent nach 8,9 Prozent im Jahr 1996. Die CDU von Spitzenkandidat Christoph Böhr könnte den Vorhersagen zufolge mit 35 Prozent nochmals unter ihren bisherigen Tiefstand von 38,7 Prozent der Stimmen fallen. Die Grünen müssten mit sechs Prozent nach bisher 6,9 Prozent leichte Einbußen hinnehmen.

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