Geringe Nachfrage nach Neuemissionen
Iberia-Börsengang steht auf der Kippe

Am Dienstag soll der maximale Preis für die Aktien der spanischen Fluggesellschaft Iberia festgelegt werden. Doch ob das Unternehmen tatsächlich wie geplant am 3. April den Sprung an die Börse wagt, wird sich wegen einer offenbar schwachen Nachfrage endgültig erst am kommenden Sonntag entscheiden. Auch andere Börsenkandidaten in Europa leiden unter der schwachen Nachfrage bei Neuemissionen.

sk/HB MADRID/FRANKFURT. Pedro Ferreras, Präsident der staatlichen spanischen Industriebeteiligungsgesellschaft Sepi, die die noch im Staatsbesitz befindlichen Iberia-Papiere verwaltet, räumte ein, derzeit sei nicht der beste Moment für einen Börsengang.

Eine neuerliche Absage würde einen harten Schlag für das Unternehmen darstellen. Im vergangenen Jahr war der Börsengang bereits zweimal auf Eis gelegt worden, einmal wegen Problemen mit den Piloten, ein anderes Mal, weil die Lage an den Aktienmärkten schon damals schlecht war.

Entsprechend bemühen sich die Verantwortlichen derzeit, Stimmung für das Unternehmen zu machen. Ferreras zeigte sich optimistisch, den Börsengang doch noch über die Bühne zu bekommen. Iberia-Präsident Xabier de Irala preist in zahlreichen Interviews die Wettbewerbsfähigkeit der Airline an. Sein Unternehmen sei stark genug, um im Konzentrationsprozess der kommenden Jahre eine aktive Rolle zu spielen. Noch bis zum 30. März können einschließlich der Mehrzuteilungsreserve bis zu 492 Mill. Aktien gezeichnet werden. Das entspricht den 53,9 % der Iberia-Anteile, die sich noch im Staatsbesitz befinden. 10 % halten British Airways und American Airlines, 30 % spanische Unternehmen und Banken. 6,1 % liegen bei der Belegschaft. Der Ausgabepreis soll am 1. April festgelegt werden. Die vorläufige, nicht bindende Preisspanne bewegt sich zwischen 1,71 und 2,14 Euro

. Iberia ist nicht der einzige Börsenkandidat mit Problemen. Seit längerem weht Emissionskandidaten in ganz Europa ein rauer Wind entgegen. In Europa sind nach Prognosen der Investment-Bank Schroder Salomon Smith Barney in diesem Jahr Börsengänge mit einem Volumen von rund 55 Mrd. $ in der Pipeline. Im Rekordjahr 2000 hatte das Volumen bei 63 Mrd. $ gelegen. Gut die Hälfte des Volumens entfällt den Analysten zufolge auf Telekom-Börsengänge, die es nach den Schwierigkeiten bei der Platzierung der France-Télécom-Tochter Orange besonders schwer haben. British Telecom und die niederländische KPN haben die für dieses Jahr geplanten Emissionen ihrer Mobilfunktöchter bereits in Frage gestellt. Ob der Telekom-Ableger T-Mobile noch 2001 an die Börse kommt, ist ebenfalls unklar. Der Frankfurter Flughafen hält indes trotz der unsicheren Märkte an seinen Börsenplänen fest.

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