Geringe Umsätze - MLP-Aktie stieg deutlich
Dax schließt im Minus

Angesichts schwächerer US-Börsen hat der Dax am Dienstag mit leichten Kursverlusten geschlossen, nachdem er lange freundlich tendiert hatte.

Reuters FRANKFURT AM MAIN. Während es in einzelnen Aktien, wie der von MLP oder der Software AG, zu größeren Kursausschlägen kam, konsolidierte sich der Gesamtmarkt auf dem momentanen Kursniveau. Insgesamt stabilisiere sich der Aktienmarkt auch wegen des Teilabzuges der israelischen Armee aus den Palästinenser- Gebieten und dem dadurch rückläufigen Rohölpreis, sagte ein Aktienhändler.

Israels Armee hatte in der Nacht zum Dienstag mit einem Teilabzug aus mehreren Städten im Westjordanland begonnen, rückte aber zugleich in das Dorf Dura ein. Der Preis der Nordsee-Ölmarke Brent zur Lieferung im Mai fiel dadurch um 85 US-Cents auf 26,17 Dollar je Barrel. Die Diskussion um die Zukunft der insolventen KirchMedia habe am Markt nur eine untergeordnete Rolle gespielt, sagten Börsianer.

Der Dax beendete den Handel 0,19 Prozent unter seinem Schlusskurs vom Montag bei 5170 Punkten. Am Neuen Markt notierte der Auswahlindex Nemax50 bei 955 Zählern nahezu unverändert. Der Nebenwerte-Index MDax lag zuletzt 0,37 Prozent höher bei 4460 Punkten.

In den USA tendierten die Börsen zum Handelsschluss in Frankfurt leichter. Der Dow-Jones-Index gab um 0,18 Prozent nach, die Technologiebörse Nasdaq verlor 1,93 Prozent.

MLP gefragt

Besonders stark gefragt waren die Aktien von MLP, die sich um 5,67 Prozent auf 76,10 Euro verteuerten. Zuvor hatte der Finanzdienstleister für 2001 einen Gewinnanstieg von 60 Prozent vermeldet und eine Anhebung der Dividende auf 0,50 von 0,38 Euro in Aussicht gestellt. "MLP wird für die sehr gute Geschäftsentwicklung in einem schwierigen Marktumfeld belohnt", sagte Aktienhändler Christian Schmidt von der Helaba.

Die Papiere von Epcos kosteten zuletzt mit 50,75 Euro 2,92 Prozent mehr als noch am Montag. Händler sagten, Epcos profitiere von einem guten Compaq-Ausblick. Der US-Computerhersteller wird die Ergebnisprognose der Analysten eigenen Angaben zufolge im ersten Quartal erreichen oder übertreffen.

Aktien der Commerzbank schlossen kaum verändert bei 19,44 Euro. Ein Aktienhändler sagte, der bekräftigte Gewinnausblick habe der Aktie geholfen. Einen Großteil ihrer zwischenzeitlichen Kursgewinne gaben die Anteile aber wieder ab, nachdem die spanische Bank Santander Central Hispano mitgeteilt hatte, vor rund einem Monat einen rund einprozentigen Anteil an der Commerzbank am Markt verkauft zu haben. Indes erwartet Deutschlands drittgrößte Bank nach Worten ihres Vorstandschefs Klaus-Peter Müller keine Mehrheitsübernahme durch den italienischen Versicherer Generali.

Kursverlierer Post

Auf der Seite der Kursverlierer standen die Papiere der Deutschen Post, die sich um 2,93 Prozent auf 15,90 Euro verbilligten. Nach Angaben eines Analysten dürfte die Gewinnmarge vor Steuern 2002 im gewinnträchtigen Briefgeschäft auf Grund hoher Personalkosten nur 14 Prozent erreichen. Bislang gingen Experten von einer Marge zwischen 16 und 18 Prozent aus.

Nach einem Urteil des Bundesgerichtshofes, wonach an der Haustür vermittelte Immobiliengeschäfte auch nach Jahren noch widerrufen werden können, fielen die Aktien der HypoVereinsbank um 2,38 Prozent auf 38,10 Euro. "Jetzt sind alle Geschäfte anfechtbar und kündbar. Das ist natürlich nicht gut für die Aktie", sagte ein Aktienhändler. Nach den Worten eines Analysten stehen bei der HypoVereinsbank derartige Geschäfte mit einem Volumen von 9,5 Milliarden Euro in den Büchern.

Einbruch bei Software AG

Im MDax brach der Kurs der Software AG um 35,02 Prozent auf 11,84 Euro ein. "In diesen Zeiten wollen die Marktteilnehmer nichts von weiteren Gewinnwarnungen hören", sagte ein Händler. Die Software AG hatte ihre Geschäftsprognosen für das erste Quartal 2002 zum zweiten Mal gesenkt und dies im Wesentlichen mit geringeren Lizenzeinnahmen begründet. Daraufhin senkten auch verschiedene Investmentbanken ihr Rating für das Unternehmen.

Wella-Titel legten dagegen um 4,6 Prozent auf 62,55 Euro zu, nachdem der Kosmetikkonzern für 2001 ein kräftiges Umsatz- und Ergebnisplus vermeldet und weiteres zweistelliges Wachstum in Aussicht gestellt hatte.

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