Geringer Umsatz vor Jahrestag
Dollar-Kurs tendiert gut behauptet

Händler sagten, angesichts des Jahrestages der Anschläge vom 11. September am Mittwoch und der Diskussion um das weitere Vorgehen gegen den Irak hielten sich aber viele Anleger zurück. Mit einem deutlicheren Anstieg des Dollar sei daher nicht zu rechnen.

Reuters LONDON. Mit Kursen um 0,9800 Dollar notierte der Euro leicht unter dem New Yorker Schlussniveau (0,9806 Dollar) und rund einen US-Cent unter dem EZB-Referenzkurs (0,9918 Dollar) vom Freitag. Zum Yen war der Dollar mit Kursen um 118,55 Yen nahezu unverändert zum US-Handelsschluss.

"Wir haben gesehen, wie der Dollar Ende vergangener Woche zugelegt hat, aber die Leute sind vor dem 11. September vorsichtig", erklärte Rob Hayward von ABN Amro. Am Freitag hatte die US-Währung von unerwartet günstig ausgefallenen US-Arbeitsmarktdaten profitiert. Händler beschrieben am Montag das Handelsvolumen als gering. Viele Investoren wollten abwarten, welche Absichten die USA gegenüber dem Irak verfolgten, ehe sie größere Positionen am Markt eingingen. US-Präsident George W. Bush hatte am Wochenende den britischen Premierminister Tony Blair getroffen und wollte am Montag mit dem kanadischen Ministerpräsidenten Jean Chretien über den Irak sprechen.

Der Euro war nach einer Reihe schwacher Wirtschaftsdaten aus der Euro-Zone in der vergangenen Woche leichter. Auf dem Treffen der EU-Finanzminister in Kopenhagen am Wochenende dämpfte EZB-Präsident Wim Duisenberg Erwartungen auf eine Leitzinssenkung durch die Europäische Zentralbank (EZB) für absehbare Zeit. "Wir betrachten die derzeitige Währungspolitik als angemessen und die Zinsen als ausreichend für die absehbare Zukunft", sagte Duisenberg. Am Donnerstag berät der EZB-Rat zum ersten Mal nach der Sommerpause über die Zinspolitik. Viele Investoren hätten nun den Eindruck, dass die EZB selbst dann die Zinsen nicht senken werde, wenn sie es eigentlich zur Ankurbelung der Konjunktur tun sollte, sagten Händler.

Ohne nennenswerte Auswirkung auf den Devisenhandel blieb Analysten zufolge die Koalitionskrise in Österreich. Psychologisch belaste dies den Euro zwar, aber faktisch seien die Ereignisse in Österreich unbedeutend für den Handel, sagte Folker Hellmeyer, Chefanalyst der Bremer Landesbank. "Österreich hat in der Euro-Zone eine zu geringe wirtschaftliche Bedeutung." Die Regierung aus ÖVP und FPÖ steht nach dem durch den ehemaligen FPÖ-Vorsitzenden Jörg Haider erzwungenen Rücktritt zweier FPÖ-Minister vor dem Scheitern.

Im weiteren Wochenverlauf dürften neben dem Jahrestag der Anschläge und der Diskussion um einen möglichen Krieg im Irak ein Auftritt von US-Notenbankchefs Alan Greenspan vor einem Kongressausschuss sowie neue US-Konjunkturdaten eine Rolle spielen. Unter anderem werden am Freitag die US-Einzelhandelsdaten und die vorläufige Index des Verbrauchervertrauens der Universität Michigan erwartet.

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