Geringere Auslastung im März
Lufthansa unter Druck

Die Deutsche Lufthansa ist nach der Ankündigung eines hohen Verlustes am Aktienmarkt in Ungnade gefallen. Zusammengerechnet mehr als acht Prozent büßte der Aktienkurs der Lufthansa bis Mittwochnachmittag ein, nachdem das Unternehmen am Abend zuvor mitgeteilt hatte, im ersten Quartal einen "unerwartet hohen operativen Verlust" zu erwarten.

Reuters FRANKFURT. Der Kurs brach daraufhin im späten Handel um mehr als sechs Prozent ein und gab am Mittwoch im Verlauf weitere zwei Prozent ab. Verschiedene Banken stuften die Lufthansa nach der Verlustankündigung zurück und reduzierten das Kursziel für die ohnehin am Boden liegende Aktie. Im Schnitt rechnen die Branchenkenner mit einem operativen Fehlbetrag von mehr als 300 Mill. Euro im ersten Quartal.

Belastet wird das Geschäft der Fluggesellschaft durch einen Nachfragerückgang infolge der konjunkturellen und politischen Verunsicherungen sowie auf Grund der lebensgefährlichen Lungenerkrankung SARS. Dieses Umfeld spiegelt auch die im März deutlich gesunkene Auslastung der Lufthansa wider, obgleich die Linie immerhin mehr Passagiere als im Vorjahresmonat beförderte.

"Die aktuellen Zahlen haben sich im Vergleich zum Vorjahresquartal, das vor allem durch die Folgen der Terroranschläge des 11. Septembers 2001 geprägt war, noch deutlich verschlechtert", hatte die Lufthansa mitgeteilt. Die Geschäftsentwicklung werde nachhaltig von der schlechten Konjunktur, den Auswirkungen des Irak-Krieges sowie der Lungenkrankheit SARS belastet. Um die wirtschaftlichen Auswirkungen der Krise zu begrenzen, sollen weitere Anpassungen im Flugplan sowie Maßnahmen zur Personalkostensenkung erfolgen. Auf 350 Mill. Euro könnte sich nach Einschätzung von Lufthansa-Analyst Jürgen Pieper von der Hypo-Vereinsbank das operative Minus der Lufthansa im ersten Quartal belaufen. "Es kann auch sein, dass sie (die Lufthansa) im laufenden Jahr sogar netto mit einem Verlust rausgeht." Dementsprechend stufte die HypoVereinsbank ihre Empfehlung für die Lufthansa-Aktie auf "Underperform" von zuvor "Kaufen" zurück. Im ersten Quartal 2002 hatte die Lufthansa noch einen operativen Gewinn von zwölf Mill. Euro erzielt, im Schlussquartal allerdings ein Minus von rund 80 Mill. Euro verbucht.

Auch Alexander Kachler vom Bankhaus Merck Finck sieht die Lufthansa im ersten Quartal deutlich im roten Bereich: "Die Größenordnung von 300 bis 350 Mill. Euro (operativer Verlust) scheint zu stimmen", sagte er. "Ich hatte nicht damit gerechnet, dass es so hoch wird." Die Investmentbank UBS Warburg reduzierte ihr Kursziel für die Lufthansa-Aktie um einen auf neun Euro, hielt ihre "Neutral"-Einstufung allerdings aufrecht. Das Papier notierte am Mittwochnachmittag knapp zwei Prozent tiefer bei 8,38 Euro.

Mehr Passagiere, aber geringere Auslastung

Ein gemischtes Bild zeigten die jüngsten Verkehrszahlen der Lufthansa. Während sowohl im März als auch im ersten Quartal die Anzahl der Fluggäste zunahm, sank die für die Profitabilität der Linie entscheidende Auslastung der Maschinen. Dabei hat die Lufthansa bereits mehrfach Kapazitätskürzungen durch die Streichung von Flügen und Stilllegung von Flugzeugen angekündigt.

Die Zahl der Fluggäste sei im vergangenen Monat im Vergleich zum Vorjahreszeitraum - der noch stark unter dem Eindruck der Anschläge vom 11. September gestanden hatte - um 3,3 % auf 3,7 Millionen Personen gestiegen, hieß es. In den gesamten ersten drei Monaten lag die Passagierzahl um 7,6 % über Vorjahr. Die im Sitzladefaktor ausgedrückte Auslastung der Flugzeuge sank dagegen um 5,4 Prozentpunkte auf 70,9 Prozent. Wie es weiter hieß, sank im März das Frachtaufkommen um zwei Prozent auf 146 000 Tonnen. Im gesamten ersten Quartal lag die Menge mit 384 000 Tonnen 2,8 Prozent unter dem Vorjahreswert. Im Gesamtkonzern - also Passagier- und Frachtverkehr zusammen - verbuchte die Lufthansa im ersten Quartal einen Rückgang der Auslastung von 2,7 Prozentpunkten auf 68,3 Prozent bei einer um mehr als zehn Prozent auf 131 244 erhöhten Anzahl der Flüge.

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