Geringere Bauinvestitionen
Wirtschaftsinstitut rechnet im zweiten Quartal mit Stagnation

Die konjunkturelle Dynamik hat in Deutschland im ersten Quartal deutlich nachgelassen und dürfte im zweiten Quartal gegen Null tendieren. Davon geht das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) Berlin in seinem am Mittwoch veröffentlichten Wochenbericht aus.

ddp.vwd BERLIN. In den ersten drei Monaten habe das reale Bruttoinlandsprodukt das Niveau des Vorquartals um 0,5 Prozent übertroffen. Nach ersten Ergebnissen der volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung ergibt sich im Vergleich zum Vorjahr ein Plus von 1,8 Prozent. Die realen Konsumausgaben stiegen nach Berechnung der Experten nur leicht, die Bauinvestitionen gingen verstärkt zurück, die Ausrüstungsinvestitionen ließen nach. Lediglich der Außenbeitrag legte zu, doch nur wegen sinkender Importe.

Das Institut verweist in seiner Analyse auf die Beschleunigung des Preisauftriebs, von dem insbesondere die Konsumenten nach der Jahreswende betroffen waren. Ursache dafür waren die gestiegenen Preise für Mineralöl im Vorjahr, die sich nun mit Zeitverzögerung auch in der Rechnung für Gas und Fernwärme zeigen. Als Folge der Tierseuche BSE und MKS legten auch die Nahrungsmittelpreise im Schnitt zu. Hinzu kam die Anhebung der Kfz-Steuer, der Rundfunk- und Fernsehgebühren sowie der Mineralölsteuer.

Für das zweite Quartal schließt das DIW eine weitere Verschlechterung der konjunkturellen Entwicklung nicht aus. Bei den Auftragseingängen habe es einen Einbruch gegeben, und die Zahl der Arbeitslosen sei saisonbereinigt im April entgegen allen Erwartungen um 1.000 gestiegen. Jetzt könnten allein die Effekte der Steuerreform Wachstumsimpulse bringen, wenn der Preisauftrieb im zweiten Quartal wieder nachlässt. Die jüngste EZB-Zinssenkung werde frühestens gegen Jahresende Wirkung zeigen. Ziehe man die Entwicklung der Bauinvestitionen, die rückläufigen Auslandsorders und die schwache Binnennachfrage in Betracht, könne im Zeitraum April bis Juni allenfalls mit Stagnation in der wirtschaftlichen Entwicklung gerechnet werden.

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