Geringere Eigenkapital-Anforderungen sichern Wettbewerbsvorteil
Riester-Fonds schaffen den Durchbruch

In dem Kampf um die beste Startposition für das Geschäft mit der so genannten Riester-Rente (staatlich geförderte Altersvorsorge) haben die Fondsgesellschaften einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil gegenüber den Versicherern errungen.

rab DÜSSELDORF. Das Bundesaufsichtsamt für das Kreditwesen (BAKred) hat die Anforderungen an die Eigenkapitalausstattung für Fonds, die ab 2002 staatlich geförderte Altersvorsorge anbieten, zurückgeschraubt. Die Konsequenz: Die Fonds sparen dadurch Kosten, die Renditechancen für Anleger steigen.

"Fonds werden durch diese neue Regelung im Wettbewerb mit den Versicherern die Nase vorn haben", sagte Peter Weber, Rentenfachmann der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG, gegenüber dem Handelsblatt. Er rechnet damit, dass das Angebot an Riester-Fonds jetzt zunehmen wird.

Wolfgang Scholl vom Bundesverband der Verbraucherschützer geht sogar noch weiter und empfiehlt Anlegern jetzt Riester-Fonds. "Die Produkte der Versicherer sind im Moment keine Anlage, die sinnvoll ist", sagte Scholl dem Handelsblatt. Als Alternative zu Fonds käme eher die betriebliche Altersvorsorge über Pensionsfonds in Frage.

Fondsbranche zufrieden

Das BAKred hatte für Riester-Fonds zunächst höhere Eigenkapital-Auflagen vorgeschrieben. Der Grund: Der Anleger muss nach den Vorgaben der rot-grünen Koalition mindestens die von ihm eingezahlten Beiträge plus die staatlichen Förderbeiträge ausgezahlt bekommen. Diese Garantie machte eine höhere Eigenkapital-Ausstattung erforderlich. Das BAKred glaubt allerdings, dass auch mit den niedrigeren Anforderungen die Sicherheit für die Anleger gewährleistet ist.

Nach der alten Regel wären nach Ansicht von Experten die Kosten für Riester-Fonds derart in die Höhe geschnellt, dass sie für den Anleger unattraktiv geworden wären.

Die Fondsbranche ist mit der neuen Regelung zufrieden. "Wir sehen die Zukunft für unser Produkt sehr positiv", sagte ein Sprecher des Marktführers DWS. Auch Horst Zirener, Vorstandschef der Fondsgesellschaft der Sparkassen, Deka, begrüßte die Einigung. Sie werde zu einem schärferen Wettbewerb um die Kunden führen. Allerdings sieht er nach wie vor Vorteile für die Versicherungsgesellschaften. Traditionell hätten Versicherungen bei der Altersvorsorge einen höheren Stellenwert. Die Versicherer kritisieren hingegen den "hypothetischen Sicherheitsaspekt".

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