Geringerer Verlust trotz Umsatzrückgang
Sixt spart bei der Dividende

Deutschlands größter Autovermieter Sixt will mit einer stärkeren Expansion in Europa die Konkurrenz überholen und wieder auf Gewinnkurs kommen.

Reuters PULLACH. "Wir können jetzt wieder aggressiver werden", sagte Firmenchef Erich Sixt am Mittwoch auf der Bilanzpressekonferenz in München. Sixt habe seine Neuausrichtung auf margenstarke Geschäfte wie das stark wachsende Leasing abgeschlossen und wolle nun Wettbewerber im Ausland angreifen. In Großbritannien und Frankreich gebe es großes Wachstumspotenzial. In fünf Jahren könne der Umsatz im Ausland so hoch wie heute im Inland sein. Bislang setzt das Unternehmen 80 Prozent in Deutschland um, wo der Markt derzeit stagniert.

In Übernahmelaune sei Sixt aber nicht. Er habe an den Europanetzen der US-Konkurrenten Budget und National Rent a car kein Interesse. "Wir warten lieber, bis die pleite sind. Man wünscht sich immer, dass die Konkurrenz Pleite geht. Alles andere wäre langweilig", sagte der Großaktionär. Die Umsätze der Konkurrenten fielen dann Sixt automatisch zu. Sixt hatte erst im Dezember Gespräche mit der hochverschuldeten US-Firma Budget bestätigt, um Lücken in seinem europäischen netz zu schließen.

Das Unternehmen bekräftigte seine Prognosen für das Gesamtjahr 2002. Danach soll der Umsatz stagnieren und das Ergebnis um 15 Prozent steigen. Die Sixt-Aktien legten kräftig um 2,5 Prozent auf 14,4 Euro zu.

Weniger Verluste im ersten Quartal

Sixt konnte in den ersten drei Monaten 2002 seine Verluste auf 0,5 Millionen Euro nach einem Verlust von 3,5 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum verringern. Die Entwicklung bestätige die Strategie, sich auf margenstarke Leistungen zu konzentrieren, teilte das Unternehmen mit. Die Vermietumsätze seien dementsprechend um zwölf Prozent auf 149 Millionen Euro gesunken, der Umsatz aus dem Gebrauchtwagenverkauf sogar um 26 Prozent auf 265 Millionen Euro. Die Leasingumsätze stiegen dagegen um vier Prozent auf 58 Millionen Euro.

Autovermieter wie Sixt erzielen den überwiegenden Teil der Umsätze mit dem Wiederverkauf der ausrangierten Mietwagen nach etwa einem halben Jahr. In Deutschland sei dieser Markt im vergangenen Jahr aber um 2,5 Prozent gesunken, sagte Sixt. Zukunftsträchtiger sei das Leasinggeschäft, das Sixt ausbauen wolle. Preisdumping bei Mietwagen durch andere Anbieter wolle er nicht mitmachen, sagte Sixt. "Dann verzichten wir eben auf die Umsätze." Einem Deutschland-Start des britischen Konkurrenten Easycar sehe er gelassen entgegen.

Sixt reduziert die Dividende

Seinen Aktionären will Sixt für das vergangene Jahr, in dem der Vorsteuergewinn um 18 Prozent auf 30,1 Millionen Euro einbrach, eine Dividende von 0,60 Euro pro Stammaktie und 0,62 Euro je Vorzugsaktie zahlen. Für 2000 hatten die Anteilseigner noch eine Dividende von 0,80 Euro je Stamm- und 0,82 Euro je Vorzugsaktie erhalten. Sixt hatte zunächst eine konstante Dividende angekündigt.

Die ixt AG denkt über eine Umwandlung seiner Vorzugs- in Stammaktien nach, um die Präsenz im MDax zu sichern. "Ich werde darüber nachdenken", sagte Sixt. Finanzvorstand Manfred Sturm ergänzte, die Präsenz in dem Segment sei gefährdet, weshalb das Unternehmen über Gegenmaßnahmen nachdenke. Die Vorzüge, die zu 100 Prozent im Streubesitz sind, machen 26 Prozent des Grundkapitals aus. Sixt droht der Abstieg aus dem MDax, weil von Juni an nach der Umstellung der Indexberechnung auf Streubesitz nur noch eine Aktiengattung für die Zugehörigkeit zum Index und die Gewichtung zählt.

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