Geringeres Minus als erwartet
Mobilcom tiefer in der Verlustzone

Der Telekom-Anbieter Mobilcom ist im zweiten Quartal 2002 nach eigenen Angaben tiefer in die Verlustzone geraten. Bei geringerem Umsatz habe sich der Nettoverlust auf 172,8 Millionen Euro von 27,9 Millionen Euro im Vergleichsquartal des Vorjahres erhöht, teilte Mobilcom am Donnerstag in Büdelsdorf mit.

Reuters HAMBURG. Wie Mobilcom am Donnerstag in Büdelsdorf mitteilte, versechsfachte sich der Nettoverlust auf 172,8 Millionen Euro von 27,9 Millionen Euro im Vergleichsquartal des Vorjahres. Der operative Verlust (Ebitda) erhöhte sich gleichzeitig auf 49,7 Millionen Euro nach einem Betriebsgewinn von 3,8 Millionen Euro vor Jahresfrist. Der Umsatz verringerte sich den Angaben nach auf 520 Millionen von 669,5 Millionen Euro. Von Reuters befragte Analysten hatten einen deutlich höheren Nettoverlust von 197 Millionen Euro erwartet und einen Betriebsverlust (Ebitda) von 60 Millionen Euro.

Mobilcom-Chef Thorsten Grenz teilte mit, man wolle die Geschäftspläne für den Aufbau des UMTS-Mobilfunks überarbeiten und werde in diesem Zusammenhang aller Voraussicht nach auch die zusammen mit Großaktionär France Télécom für 8,4 Milliarden Euro erworbene Lizenz neu bewerten. Es sei absehbar, dass UMTS kurzfristig nicht wie zunächst erwartet zu einem boomenden Massenmarkt werde. In Europa bekommen die Mobilfunk-Anbieter derzeit die Auswirkungen der Marktsättigung im angestammten GSM-Geschäft kräftig zu spüren. Außerdem drücken sie enorme Schulden nicht zuletzt aus dem Erwerb der teuren UMTS-Lizenzen vor zwei Jahren.

Grenz teilte ferner mit, durch die eingeleitete Restrukturierung von Mobilcom sei es gelungen, die akute finanzielle Bedrohung zunächst abzuwehren. Dazu habe auch beigetragen, dass die im Juli fällige Rückzahlung eines Darlehens über 4,7 Milliarden Euro von den Banken bis Ende September gestundet werde.

Im Quartalsvergleich ist zu sehen, dass Mobilcom zwar weiter tief in der Verlustzone steckt, sich die Lage gegenüber dem Zeitraum Januar bis März aber leicht verbessert hat. So lag der Betriebsverlust (Ebitda) im zweiten Quartal mit knapp 50 Millionen Euro deutlich unter dem Minus von 121 Millionen Euro in den ersten drei Monaten. Auch der Umsatz erhöhte sich trotz rückläufiger Provisionen der Mobilfunkanbieter D1, D2 und E-Plus leicht auf 520 Millionen Euro von 514 Millionen Euro zuvor. Im ersten Quartal hatten Sondereffekte durch den Streit zwischen France Télécom und dem inzwischen abberufenen Vorstandschef und Firmengründer Gerhard Schmid die Ertragsrechnung belastet.

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