Geringeres Risikoprofil
Swiss Re wechselt Chief Investment Officer aus

Der Schweizer Rückversicherer Swiss Re hat einen neuen Chief Investment Officer bestellt und damit die neue Ausrichtung seiner Anlagephilosophie unterstrichen. Jacques Aigrain, der Leiter der Financial Services Business Group, übernimmt zusätzlich die Funktion des CIO, wie die Gesellschaft am Mittwoch bekannt gab.

Reuters ZÜRICH. Der bisherige CIO Giuseppe Benelli verlässt das Unternehmen einvernehmlich.

Swiss Re will den Angaben zufolge seine Ressourcen in erster Linie auf das operative Geschäft konzentriert und das Risikoprofil der Kapitalanlagen reduzieren. Unternehmenssprecher Henner Alms unterstrich auf Anfrage, dass der CIO-Wechsel keine neue, stärker konservative Ausrichtung des Anlageportfolios oder ein Zurückfahren der Vermögensverwaltung für Dritte signalisiert. "Das bedeutet nicht, dass sich die Strategie auf der Kundenseite oder der Vermögensseite ändert," so Alms. Der Wechsel erfolgte eher rückblickend als nach vorne gerichtet. "Die Anlagestrategie, der wir nun folgen, ist klar ein Ausdruck der existierenden Marktgegebenheiten," sagte Alms.

Die Swiss Re verwaltete Finanzanlagen von rund 87 Milliarden sfr. Während der Aktienanteil Prozent im Jahr 2000 noch bei 30 Prozent lag, waren es Ende 2002 unter Berücksichtigung der Absicherungen noch neun Prozent.

Der Rückversicherer hatte im vergangenen Jahr wegen Wertberichtigungen auf Aktien und Obligationen in Höhe von 3,9 Milliarden sfr einen Verlust von 91 Millionen sfr verzeichnet und zum ersten Mal seit fast 100 Jahren die Dividende gekürzt. Swiss Re hat Ende März die Zielvorgaben für die Anlagerendite, die 2002 effektiv 4,7 Prozent betrug, auf fünf von zuvor 6,7 Prozent reduziert. Im Konzern wird mittelfristig eine durchschnittliche Eigenkapitalrendite (ROE) von zwölf Prozent angestrebt.

Laut der Privatbank Pictet werde Swiss Re dank einer Anlagestrategie mit geringem Risikoprofil und moderatem Aktienanteil künftig eher Rückversicherern wie Converium oder auf Bermuda angesiedelten Mitbewerbern ähneln. Die Gesellschaft werde die in den vergangenen Quartalen veräusserten Aktien kaum zurückkaufen. Bei der Zürcher Kantonalbank hieß es, dass der Wechsel des CIO eher in Swiss Res derzeit mässigen Erfolge in der Anlagetätigkeit begründet liege.

Swiss Res eigene Studiengesellschaft Sigma schätzt, dass die Versicherer weltweit über rund 11,5 Billionen Dollar an Finanzanlagen verfügen. Dabei dürfte der Markt für Vermögensverwaltung für Dritte in den USA eine Grössenordnung von 300 Milliarden Dollar haben und in Europa bei 140 Milliarden Dollar liegen. Die Swiss Re-Tochtergesellschaft Conning in den USA gehört zu den fünf grössten Verwaltern von Versicherungs-Vermögen. Conning betreute Ende März rund 33,3 Milliarden Dollar.

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