Geringverdiener werden benachteiligt
Peffekoven lehnt Amnestie für Steuerflüchtlinge ab

Der Mainzer Finanzwissenschaftler Prof. Rolf Peffekoven lehnt eine Amnestie für Steuerflüchtlinge ab. "Man darf Steuerhinterzieher nicht belohnen", sagte Peffekoven am Monta in Mainz zu Überlegungen, zusammen mit einer neuen Zinsabgeltungssteuer von 25 Prozent auch eine Amnestie für Anleger von Schwarzgeld auf Auslandskonten einzuführen.

HB/dpa MAINZ. Das Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats beim Bundesfinanzministerium sprach sich für einen Steuersatz von 20 Prozent aus. "25 Prozent halte ich für überzogen."

Nach Einschätzung Peffekovens ist es "in höchstem Maße fragwürdig", ob ein nennenswerter Betrag der schätzungsweise 200 bis 300 Mrd. Euro Schwarzgeld im Ausland wieder nach Deutschland zurückfließt. Er verwies darauf, dass deutsche Anleger in Luxemburg nicht besteuert würden. "Das ist eine recht hohe Differenz zwischen null Prozent in Luxemburg und den geplanten 25 Prozent in Deutschland."

Der Direktor des Instituts für Finanzwissenschaft der Universität Mainz betonte, die Höhe der künftigen Einnahmen des Staates aus der Zinssteuer sei schwer abschätzbar. "Das kann fiskalisch ein Fehlschlag werden." Bisher würden die Zinseinkünfte nach dem persönlichen Einkommensteuersatz von 19,9 bis 48,5 Prozent veranlagt. Bei einer pauschalen künftigen Steuer von 25 Prozent könnte es durchaus möglich sein, dass die Einnahmen des Staates geringer ausfielen als bisher. "Viele müssen weniger zahlen."

Für problematisch hält Peffekoven, dass Bürger mit niedrigem Einkommen schlechter gestellt werden. "Bezieher sehr hoher Gesamteinkünfte werden durch die Abgeltungssteuer entlastet, Rentner ohne steuerpflichtige Einkommen dagegen belastet." Peffekoven hält es außerdem für wünschenswert, dass der Steuersatz von Veräußerungsgewinnen zum Beispiel beim Aktienverkauf auf gleichem Niveau liege. Dort ist ein Steuersatz von 15 Prozent geplant. Grundsätzlich sei die Steuer allerdings zu begrüßen, meinte Peffekoven. "Damit ist die Hoffnung verbunden, dass die Steuerflucht ins Ausland in Zukunft abnimmt."

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