Gerling-Debakel verdaut
DEVK-Versicherungsgruppe verzeichnet starkes Neugeschäft

Die DEVK Versicherungen in Köln haben 2002 an mehreren Fronten gleichzeitig kämpfen müssen und sind dabei stärker als je zuvor gewachsen. Neben der branchenweiten Krise an den Kapitalmärkten galt es vor allem, den Zusammenbruch ihres Rückversicherers, der Gerling-Konzern Globale Rückversicherungs-AG (GKG), zu überstehen.

rl KÖLN. Das ist ohne Blessuren gelungen: "Die Lösung ist für uns mehr als zufrieden stellend", freut sich Bernd Oppermann, Chef der DEVK-Gruppe anlässlich der Vorstellung seiner Geschäftsergebnisse für 2002. Dabei ist die DEVK der größte Kunde der GKG gewesen - sieht man einmal von den Gerling-Konzerngesellschaften ab.

In der Tat hat der Gerling-Ausfall in der Bilanz der DEVK 2002 keine Spuren hinterlassen. "Das Geschäft konnten wir eins zu eins weitergeben", erläutert Oppermann den Rückversicherungs-Deal. Mehr verrät er nicht, denn über die konkreten Bedingungen der Vertragsauflösung ist Stillschweigen vereinbart worden. Auf jeden Fall habe er das bekommen, was eine von ihm eingesetzte unabhängige Expertengruppe errechnet hat.

Hintergrund: Bei der Ablösung geht es im Wesentlichen um die Übertragung der beim Rückversicherer angesammelten Rückstellungen für zukünftige und bereits eingetretene Schäden. Nach Aussagen aus der Branche und Hinweisen aus internen Gerling-Kreisen stand hierfür bei der Globalen eine Summe von 400 Mill. Euro in den Büchern. Davon soll die DEVK rund 60 %, also etwa 240 Mill. Euro nach Abzug von Zinsen und Abwicklungsgewinnen, zurückbekommen haben. Im Gegenzug ist die GKG alle DEVK-Risiken los. Der Deal hat Oppermann und seinem Konzern offenbar nicht nur keine zusätzlichen Kosten beschert, sondern ihm obendrein Abschreibungen auf seine Rückversicherungspositionen erspart, die er bei Nicht-Ablösung hätte vornehmen müssen.

Abschreibungen auf Wertpapiere sind der im Verbund mit der Deutschen Bahn tätigen DEVKGruppe allerdings nicht erspart geblieben. Sie haben die gesamte Branche getroffen. Doch trotz der relativ hohen Aktienquote von Ende 2002 noch gut 12 % der Kapitalanlagen (Marktschnitt lag bei 15,4 %) konnten die Kölner ihr Sicherheitspolster in der Lebensversicherung sogar verstärken: von 215 auf 241 Mill. Euro. Das heißt, in den Anlagen sind insgesamt noch mehr stille Reserven (niedrigerer Wert in den Büchern als am Markt zu erzielen) als stille Lasten vorhanden. Die DEVK hat ihre Aktien frühzeitig am Terminmarkt nach unten abgesichert.

Trotzdem spüren die Kunden der Lebensversicherung die veränderte Kapitalmarktsituation auch bei der DEVK. Sie bekommen seit diesem Jahr nur noch eine Gewinnbeteiligung von 4,6 % auf ihre Sparguthaben gutgeschrieben. Dieser Satz sei bereits für 2004 sicher, sagt Konzernchef Oppermann, und setzt hinzu: "selbst wenn die Märkte so schwierig bleiben."

Die Solidität der Kölner Gesellschaft kommt bei den Kunden offenbar gut an: 2003 hat die DEVK mit + 16 % bei den Neuabschlüssen das beste Wachstum ihrer Geschichte erreicht. Insgesamt setzt die Gruppe 1,8 Mrd. Euro (+ 5 %) an Beiträgen um, davon 1,2 Mill. Euro in der Schaden- und Unfallversicherung und 550 Mill. Euro in der Lebensversicherung. Sie ist der fünftgrößte Autoversicherer in Deutschland und erwirtschaftet trotz Niedrigpreispolitik noch schwarze Zahlen im reinen Versicherungsgeschäft, also auch ohne Kapitalerträge.

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