Gerling-Konzern setzt auf gute Kunden
Gerling legt Börsenpläne auf Eis

Trotz der angespannten Konjunkturlage ist der Kölner Industrieversicherer Gerling optimistisch für das laufende Jahr. In der Industrieversicherung ziehen die Preise nach gut dreijähriger Talfahrt an.

rl KÖLN. Konkurrenten geben das Geschäft mit den großen Risiken zum Teil völlig auf. Gerling-Konzernchef Jürgen Zech: "Wir bekommen jede Menge Geschäft angetragen." Doch das, was die Konkurrenz loswerden will, ist oft schlecht. Zech: "Das prüfen wir sorgfältig."

"Wir können nur über gute Risiken Gewinn machen," so die Strategie. Die Kunden werden sorgfältig ausgewählt und die Prämie nur vorsichtig angehoben. Für 2001 erwartet der Konzern daher nur ein Wachstum von etwa 4 % der Ende 2000 insgesamt 9,5 Mrd. (Vorjahr: +13 %) Beitragseinnahmen.

Konstante Kostenbelastung

Die Selektionspolitik scheint der richtige Weg: So hat sich die Schadenbelastung in 2000 von 83,0 auf 76,1 % der Bruttoeinnahmen verringert. Zech erwartet auf Grund günstiger Quartalszahlen für 2001 einen weiteren Rückgang. Doch die Kostenbelastung dürfte "trotz hoher Investitionen konstant" bleiben. Das waren 2000 immerhin 19,7 % der Bruttoeinnahmen oder 1,9 Mrd.. Am deutschen Industriegeschäft habe Gerling damit als einer der wenigen Versicherer 2000 Geld verdient.

Die rund 29 Mrd. Kapitalanlagen warfen eine Nettoverzinsung von 8,6 % ab. Die in den Buchwerten enthaltenen stillen Reserven gingen unterdurchschnittlich von 15,7 auf 13,7 % zurück. Vor Steuern verbesserte sich das Konzernergebnis von 54 auf 214 Mill. und nach Steuern von 22 auf 185 Mill.. Dadurch steigt die Eigenkapitalrendite auf 8,9 %. Ziel bis 2003/4 ist aber eine Größenordnung von 15 %.

Gerling ist, wie kaum ein anderer Versicherer, auf das Geschäft mit Firmen spezialisiert. Selbst in der größten Einzelsparte, der Lebensversicherung, kommt viel über Betriebe und Belegschaft herein. Die Holding Gerling-Konzern Beteiligungs-AG (GKB) gehört zu 70 % Gründerenkel Rolf Gerling und zu 30 % der Deutschen Bank. Letztere wollte vor Jahren über einen Börsengang aussteigen. Der ist mehrfach verschoben worden und liegt laut Zech mittlerweile "ganz unten in der Schublade" - falls eine Aquisition großen Kapitalbedarf erfordere. Denkbar sei aber auch, Anteile an Töchtern an die Börse zu bringen.

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