Germanwings will Angebot verdoppeln
Billigflieger rangeln um weitere Flugziele in Europa

Bei den Billigfluglinien ist ein Wettrennen um zusätzliche Zielflughäfen in Europa entbrannt. Die gerade Ende Oktober gestartete Billigfluglinie Germanwings plant nach eigenen Angaben auf Grund der guten Nachfrage, ihr Angebot bis zum kommenden Frühjahr zu verdoppeln.

Reuters FRANKFURT/HANNOVER. Auch die neue Billigflug-Tochter des Touristikkonzerns Tui, Hapag Express, -Lloyd sieht mit 50.000 verkauften Tickets nach zehn Buchungstagen ihre Expansionspläne für 2003 bestätigt. Hapag Express-Lloyd hat bislang neben den innerdeutschen Zielen Berlin und Hamburg erst Flughäfen in zwei europäischen Ländern (Großbritannien und Italien) und damit deutlich weniger Auswahl als Germanwings im Programm.

Germanwings strebt nach Angaben eines Sprechers fast zwei Dutzend weitere europäische Städte als profitable Billigflugziele an. "Wir werden Anfang Dezember über unseren nächsten Flugplan entscheiden. Wir denken, dass wir dann ab April insgesamt rund 20 Ziele haben werden", sagte ein Germanwings-Sprecher am Dienstag der Nachrichtenagentur Reuters. Damit würde sich die Zahl der angeflogenen Flughäfen von derzeit zehn verdoppeln.

Die Airline ist eine Tochter der Regionalfluggesellschaft Eurowings, an der die Deutsche Lufthansa mit knapp 25 Prozent beteiligt ist. Seit dem 27. Oktober fliegt Germanwings von Köln-Bonn aus neben Berlin neun europäische Städte an. In Kürze soll noch Istanbul hinzukommen. Seit dem Buchungsstart Anfang September habe Germanwings inzwischen mehr als 180 000 Tickets verkauft, sagte der Sprecher.

Die am 3. Dezember ebenfalls vom Flughafen Köln-Bonn aus startende Hapag Express-Lloyd verkündete am Dienstag 50 000 verkaufte Tickets nach zehn Buchungstagen. In einer Mitteilung spielte Geschäftsführer Wolfgang Kurth auf Kritik in den Medien und in Branchenkreisen an. Die gute Nachfrage zeige, dass Hapag Express-Lloyd das richtige Streckennetz habe.

In kritischen Kommentaren war darauf hingewiesen worden, dass die Tui-Tochter bislang im Geschäft mit Billigflügen bislang eher unbekannte Flughäfen ansteuere, etwa London-Luton anstelle von London-Stansted oder Mailand-Bergamo anstelle von Mailand-Malpensa. Während Germanwings bereits vom Start an weitere europäische Hauptstädte wie Paris, Rom und Madrid anfliegt, bietet Hapag Express-Lloyd in Europa neben London nur weitere italienische Ziele wie Neapel, Pisa und Venedig. Tui-Konzernchef Michael Frenzel hatte Ende August bereits zahlreiche europäische Groß- und Hauptstädte genannt, die die neue Tochter anfliegen werde.

"Wir werden wie geplant im kommenden Frühjahr die Zahl der Flugzeuge von vier auf acht verdoppeln, bis zum Jahresende dann auf zwölf erhöhen. Dann werden wir weitere Ziele in Deutschland und in Europa anfliegen", sagte ein Hapag Express-Sprecher-Lloyd am Dienstag. Konkrete Entscheidungen seien noch nicht gefallen. Wie es in Tui-Kreisen heißt, steckt Hapag Express-Lloyd noch in Verhandlungen mit den jeweiligen Flughäfen, um attraktive Flugzeiten zu bekommen.

Auf die Ankündigung der Tui-Tochter, mit Flugpreisen in Europa ab 19,99 Euro je Ticket schon im nächsten Jahr 1,3 Millionen Passagiere und die Marktführerschaft für Billigflüge zu gewinnen, hatte Germanwings umgehend mit weiteren Preisnachlässen reagiert. Ab 1. Dezember - zum Start von Hapag Express-Lloyd - gibt es bei der Eurowings-Tochter Euro-Tickets nicht wie derzeit noch ab 29 Euro, sondern schon ab 19 Euro.

Hapag-Lloyd will nach eigenen Angaben nicht mit weiteren Preisnachlässen nachziehen. "Wir gehen keinen Preiskrieg ein", sagte der Sprecher. Man setze darauf, dass bei diesem Preisniveau für den Erfolg andere Dinge wie Sicherheit, Verlässlichkeit und Service entscheidender seien.

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