Gerüchte finden viel Gehör
mg sieht "keine neuen Erkenntnisse"

Die mg technologies AG sieht durch das mittlerweile vom Amtsgericht Frankfurt zugestellte Gutachten der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Price Waterhouse Coopers keine neuen Erkenntnisse und keine neuen Vorwürfe gegen die mg. Erwartungsgemäß stütze das PWC-Gutachen, das das Gericht als Anlage zum Antrag auf Sonderprüfung, der mg in der vergangenen Woche zugestellt habe, die Argumente von Großaktionär Otto Happel, sagte Unternehmenssprecher Jens Schreiber am Donnerstag.

vwd FRANKFURT. Die mg gehe nach wie vor davon aus, dass ihr Jahresabschluss 1999/2000 in Ordnung war und werde vor Gericht ihre Stellungnahme zum Antrag Happels einreichen. Wann dies geschehen werde, sei derzeit noch offen. Das Gericht werde dann entscheiden müssen, ob es zu einer Sonderprüfung komme oder nicht. Wann dies sein werde, sei derzeit noch völlig offen, erklärte Schreiber. Die Vorwürfe gegen die mg wegen angeblichem Betrug und Bilanzmanipulation hatte Happel durch seine Anwälte bereits auf der Hauptversammlung der mg am 30. März erhoben.

Keine Äußerungen zu weiterer Vorgehensweise

Neben dem Gutachten von PWC hat Happel auch eine gutachterliche Stellungnahme von Bernhard Pellens, Professor am Lehrstuhl für Internationale Unternehmensrechnung in der Hand, die auszugsweise auf der Hauptversammlung vorgestellt wurde und die Neukirchen belastet. Die mg ihrerseits hat ein Gutachten des Bilanzexperten Prof. Dr. Karlheinz Küting vom Institut für Wirtschaftsprüfung an der Universität des Saarlandes vorgelegt. Dieses bescheinigt dem Unternehmen, dass der Konzernabschluss die wirtschaftliche Lage des Unternehmens korrekt dargestellt habe.

Ob die mg vor Gericht noch ein weiteres Gutachten präsentieren wird, lässt die Gesellschaft derzeit im Dunkeln. Das Unternehmen äußere sich nicht zur weiteren Vorgehensweise vor Gericht, sagte Schreiber. Die mg gehe unverändert davon aus, die Vorwürfe entkräften zu können, betonte der mg-Sprecher. Berichterstattungen in verschiedenen Medien mit Details aus dem PWC-Gutachten hatten am Donnerstag den Kurs der mg einbrechen lassen.

Zeitpunkt des Kurseinbruchs könnte Insider-Verdacht wecken

Im Markt kursierende Gerüchte über mögliche Bilanzmaßnahmen bis hin zur Fälschung bei mg technologies stoßen nach Händlerangaben auf sehr viel Gehör. Auch wenn die Ergebnisse der zunächst erst angestrebten Bilanz-Sonderprüfung noch in weit entfernter Zukunft lägen, wolle niemand einen solchen Wert im Bestand haben, sagte ein Händler. Offenbar glaube auch ein Großaktionär die Gerüchte. Wunderlich sei nur, dass der Einbruch nicht schon am Mittwoch stattgefunden habe, nachdem die hohe Wahrscheinlichkeit eines Gerichtsbeschlusses gemeldet worden war. "So etwas gibt es eigentlich nur, wenn auch etwas dran ist", hieß es am Markt.

Dass der Kurseinbruch Punkt 16 Uhr einsetzte und binnen Minuten vollzogen war, "könnte dann Insider-Verdacht wecken, wenn morgen noch eine Ad-hoc-Meldung oder eine andere Mitteilung nachkommt", kommentierte ein Händler.

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