Gerüchte sorgen für Kurs-Sprünge
Übernahmeofferte an Mobilcom-Aktionäre

Die an der finanziell angeschlagenen Mobilcom AG beteiligte France Telecom könnte den übrigen Aktionären des Büdelsdorfer Telekom-Konzerns nach Informationen aus Kreisen bereits in der kommenden Woche ein Übernahmeangebot unterbreiten.

Reuters HAMBURG. Spekulationen über eine mögliche Offerte trieben den Kurs der am Neuen Markt notierten Mobilcom-Aktie zeitweise über 35 Prozent in die Höhe. Wie die Nachrichtenagentur Reuters am Donnerstag aus dem Umfeld von Mobilcom-Großaktionär Gerhard Schmid erfuhr, soll das Thema auf der Agenda der für nächste Woche geplanten Verwaltungsratssitzung von France Telecom stehen.

Als Indiz für eine baldige Offerte wurde gewertet, dass die Verhandlungen mit Lieferanten über einen Teilverzicht auf deren Forderungen gegenüber Mobilcom weit fortgeschritten seien. Der französische Staatskonzern hatte eine Umstrukturierung der Milliardenschulden von Mobilcom und eine Einigung mit den Lieferanten zur Voraussetzungen für ein Angebot an die Aktionäre gemacht.

Einigung bald erwartet

In den Kreisen hieß es, eine Einigung mit den Lieferanten werde "alsbald" erwartet. Die Spekulationen über ein Übernahmeangebot stammten möglicherweise aus vorbereitenden Treffen für die Verwaltungsratssitzung, hieß es. France Telecom hatte sich mit einem Bankenkonsortium auf die Umschuldung von Darlehen über insgesamt 4,7 Milliarden Euro verständigt. Vor einem Angebot an Mobilcom-Gründer Schmid und die übrigen Aktionäre wollte der Staatskonzern noch mit Nokia und Ericsson über einen Forderungsverzicht für Lieferantenkredite für UMTS-Mobilfunktechnik über insgesamt 1,1 Milliarden Euro verhandeln. Ohne Neuordnung der hohen Schulden droht Mobilcom nach Einschätzung von Experten die Insolvenz.

Spekulationen wurden von Mobilcom nicht bestätigt

Börsianer begründeten den Kursanstieg der Mobilcom-Aktien um zeitweise über 35 Prozent auf 6,79 Euro mit den erneut aufflammenden Übernahmespekulationen. Sie wiesen mit Blick auf die geringen Stückzahlen je Order jedoch darauf hin, dass sich offenbar lediglich Privatanleger in der Aktie engagierten. Ein Mobilcom-Sprecher konnte sich den Kursanstieg lediglich mit in Internet-Chatrooms kursierenden Gerüchten über ein angeblich bevorstehendes Abfindungsangebot des Großaktionärs France Telecom erklären. Bestätigen könne er diese Informationen nicht, fügte der Sprecher hinzu.

Mobilcom-Gründer Schmid war im Juni auf Betreiben der mit 28,5 Prozent an dem Büdelsdorfer Konzern beteiligten France Telecom als Vorstandschef abberufen worden. Seitdem versucht Schmid, Verhandlungen über eine Übernahme seiner Anteile mit France Telecom zu erreichen. Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BAFin) prüft auf seinen Antrag hin derzeit erneut, ob der französische Konzern nach deutschem Übernahmerecht ein Pflichtangebot unterbreiten muss. Während Schmid 15 Euro je Anteile fordert, ist France Telecom angeblich nur zur Zahlung von zehn Euro bereit.

Die ebenfalls an Mobilcom beteiligte Ehefrau Schmids, Sybille Schmid-Sindram hatte kürzlich eine außerordentliche Hauptversammlung gefordert, offenbar um ein Abfindungsangebot zu fordern. Zusammen kommt das Ehepaar Schmid auf knapp die Hälfte der Mobilcom-Anteile.

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