Gerüchte über Ausstieg großer Investoren – Aktien geraten in den Abwärtssog
Depfa und Aareal Bank bestätigen demonstrativ ihre Gewinnprognosen

Angesichts des massiven Kursverlustes an der Börse haben Depfa und Aareal Bank ihre Gewinnprognosen bestätigt.

nw FRANKFURT/M. Fundamental gebe es keinen Grund zu Sorge, sagte ein Sprecher der Aareal Bank. Die Risikovorsorge der Bank werde die prognostizierten 100 (2001: 116) Mill. Euro nicht überschreiten; das Ziel für die Eigenkapitalrendite von neun Prozent nach Steuern werde erreicht. Am 28. August veröffentlicht die Aareal Bank die Halbjahreszahlen.

"Wir sehen keinen Anlass, von unserer Gewinnschätzung von 250 Mill. Euro für 2003 auch nur einen Millimeter abzuweichen, "sagte Thomas M. Kolbeck, Vizechef der Depfa Bank. Auch das Jahr 2002 werde ein gutes Jahr für seine Bank. Details wollte Kolbeck mit Blick auf die Veröffentlichung der Halbjahreszahlen am 15. August nicht nennen. "Unsere Aktie leidet unter der generellen Verunsicherung an den Märkten. Alle Finanzwerte werden zurzeit über einen Kamm geschoren", fügte er hinzu. "Dabei sind wir gar nicht von den Risiken betroffen, die diese Unsicherheit verursachen. Als reiner Staatsfinanzierer haben wir keine Unternehmensrisiken in den Büchern."

Dass langjährige institutionelle Investoren sich jetzt von der Aktie trennten, sei ihm nicht bekannt. Die Verkaufsaufträge kämen von Fonds, die generell keine Finanzwerten mehr in ihren Portfolios halten wollten. Es bringe aber nichts, in der aktuellen Hektik um Investoren zu werben. "Man kann sich jetzt nicht gegen die Eigendynamik des Marktes stellen." Nach Veröffentlichung der Halbjahreszahlen werde man aber wieder den Dialog suchen.

Die Staatsfinanzierungsbank Depfa Bank plc., Dublin, war am Dienstag zeitweise um über 18 Prozent eingebrochen und verlor gestern weitere rund fünf Prozent. Die Titel des Immobilienfinanzierers Aareal Bank AG, Wiesbaden, gaben am Dienstag über 15 Prozent und gestern rund zwei Prozent nach. Ein Aktienhändler von HSBC Trinkaus sprach von "hektischen Verkäufen" institutioneller Investoren. Heinz Stork vom Maklerhaus Fritz Nols erklärte den massiven Verlust vom Dienstag mit Gerüchten, es gebe größere Verkäufe aus dem Ausland. Aktionäre, die das neue Konzept der Bank nicht mittragen wollten, würden sich jetzt von der Aktie trennen. Die Teilung der Depfa Deutsche Pfandbriefbank in die Staatsfinanzierungsbank Depfa Bank und den Immobilienfinanzierer Aareal Bank war im Juni abgeschlossen worden.

"Einige Lebensversicherer mussten sich von Aktienpaketen trennen, um ihre Cash-Position zu erhöhen", sagte der Aareal-Sprecher weiter. Das heiße aber nicht, dass sie die Strategie der Bank für falsch hielten. Andererseits hätten vor allem Fonds außerhalb der Börse Aktienpakete gekauft.

Quelle: Handelsblatt

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