Gerüchte über Gewinnwarnung bei Vodafone
Eurolands Börsen tendieren uneinheitlich

Der Londoner Ftse-Index gerät besonders unter Druck.

rtr FRANKFURT. Die europäischen Börsen haben sich am Donnerstag uneinheitlich präsentiert. Händlern zufolge hat es an eindeutigen Vorgaben gefehlt. Den optimistischen Umsatzprognosen von Intel vom Mittwoch standen Gerüchte einer bevorstehenden Gewinnwarnung beim britischen Telekom-Konzern Vodafone gegenüber. Diese Spekulationen hätten den Titel zusätzlich belastet, sagten Händler. Zuvor kursierten bereits unbestätigte Gerüchte am Markt, wonach Banco Santander Central Hispanico (BSCH) ihr Aktienpaket an dem britischen Unternehmen verkaufen wolle.

Die freundliche Eröffnung der Wall Street hätte ebenso wie die jüngsten Konjunkturdaten kaum Einfluss auf die Kurse, sagten Händler. Nach der jüngsten Achterbahnfahrt insbesondere des Nasdaq warteten viele Anleger lieber ab. Die Entscheidung der EZB, die Zinsen unverändert zu lassen, sorgten nur vereinzelt für Gewinne bei den traditionell zinssensitiven Banken. Niemand habe ernsthaft mit einer Änderung der Leitzinsen gerechnet, hieß es.

Der technologielastige Nasdaq-Index zog bis zum Donnerstagaben um zwei Prozent auf 3400,57 Punkte an. Der Dow Jones lag 0,1 % im Minus bei 10 886,96 Zählern. Der breiter gefasste S&P 500 stieg um 0,3 % auf 1425,77 Punkte.

Der Stoxx-50-Index für die größten Unternehmen aus der EU und der Schweiz sank um 0,6 % auf 4923,06 Punkte, während der Euro-Stoxx-50-Index für die Standardwerte aus der Europäischen Währungsunion (EWU) um 0,2 % auf 5092,89 Punkte anzog.

London: Gesamtmarkt im Sog von Vodafone

An der Londoner Börse wurden die Aktienwerte gegen Sitzungsende vom Kursrutsch von Vodafone unter Druck gesetzt, der 8,6 % auf 252-1/2 Pence abgab. Der FTSE schloss ein Prozent tiefer bei 6392,0 Punkten. Dem Abwärtstrend konnten sich die anderen Telekom-Titel wie British Telecom oder Cable & Wireless nicht entziehen.

Die Titel verloren 3,5 % auf 782,44 Pence beziehungsweise 3,2 % auf 984,0336 Pence. Schwächer tendierten auch die Erdöl-Titel BP Amoco und Shell, die beide von nachgebenden Rohöl-Preisen belastet wurden. Von Händlern als enttäuschend bezeichnete Quartalszahlen setzten letztere zusätzlich unter Druck. BP verloren 2,5 % auf 579 Pence und Shell 3,6 % auf 540 Pence.

Zürich: SMI über 8 000 Punkten

Der SMI Index an der Schweizer Börse hat am Donnerstag die psychologisch wichtige Marke von 8 000 Punkten übersprungen. Der SMI beendete die Sitzung 1,2 % im Plus bei 8 084,90 Punkten. Nachdem anfänglich nur ausgewählte Titel im Plus tendierten, stießen im Tagesverlauf immer mehr Werte in positives Territorium vor, sagten Händler.

Ob weiteres Aufwärtspotenzial bestehe, sei allerdings unklar. Zu den Gewinnern zählten unter anderem UBS, die trotz der bevorstehenden Kapitalerhöhung um 2,2 % auf 253,50 sfr zulegten. Bei Miracle sorgten Hoffnungen auf eine Abwendung des Konkurses für einen Kurssprung um 142,9 % auf 34,00 sfr.

Paris: Angst vor abflauender Konjunktur belastet

In Paris präsentierte sich die Börse angesichts wachsender Besorgnis über eine abflauende Konjunktur leichter. Der CAC40 ging 0,1 % leichter bei 6400,31 Punkten aus der Sitzung. Käufe hätten sich auf ausgewählte Titel beschränkt, sagten Händler. Dabei hätten die Anleger weniger auf Fundamentaldaten geachtet, sondern vor allem nach Schnäppchen gesucht. Unter den Standardwerten legten vor allem defensive Werte wie Danone oder Air Liquide zu.

Die Aktien stiegen um zwei Prozent auf 165,70 Euro beziehungsweise 1,9 % auf 142,00 Euro. Bei den High-Tech-Unternehmen lagen Valtech nach guten Quartalszahlen mit einem Plus von 7,7 % vorn.

Mailand: Leichter aufgrund von Gewinnmitnahmen

An der Mailänder Börse führten Gewinnmitnahmen bei Banken und Versicherungen zu einem leichten Kursrückgang des Börsenbarometers. Der MIB 30 rutschte um 0,2 % auf 48 006 Zähler ab.

Unter Druck standen vor allem Generali, die nach dem Jahreshoch vom Vortag um 0,2 % auf 39,15 Euro fielen. Mediobanca gaben vor dem Hintergrund anhaltender Spekulationen um Änderungen der Aktionärsstruktur ebenfalls 0,2 % auf 13,25 Euro ab.

Madrid: Banken und Telefonica stützen

Die spanischen Aktien präsentierten sich am Donnerstag freundlich. Der Ibex schloss 1,4 % fester bei 10 507,0 Punkten. Nach der Zinsentscheidung der EZB waren Händlern zufolge vor allem Banken gefragt. Börsenschwergewicht Telefonica legte in Erwartung der Details des Börsengangs seiner Mobilfunk-Tochter um 0,8 % auf 22,65 Euro zu.

Experten erwarten von der Emission Einnahmen von sechs Mrd. Euro für den Telekom-Konzern. BSCH zogen um 4,7 % auf 11,96 Euro und Banco Bilbao Vizcaya Argentaria (BBVA) um 3,2 % auf 16,20 Euro an.

Amsterdam: Royal Dutch belasten

Der niederländische AEX beendete die Sitzung nach einem richtungslosen Handel 0,2 % im Minus bei 683,51 Zählern. Händlern zufolge wirkte sich die Kursentwicklung von Royal Dutch/Shell belastend aus. Die Aktie verlor 3,4 % auf 68,15 Euro. Das Unternehmen hatte zwar im dritten Quartal ein Rekordergebnis ausgewiesen, Experten hätten jedoch angesichts der hohen Ölpreise mit noch besseren Zahlen gerechnet. Verluste verbuchten auch KPN Telecom, die nach einer volatilen Sitzung 3,6 % leichter bei 22,03 Euro schlossen. Institutionelle Anleger hätten derzeit ihre Anteile verkauft, um auf günstigerem Niveau wieder einzusteigen, sagten Händler. Die mögliche Vodafone-Gewinnwarnung habe den Titel zusätzlich belastet.

Wien: Aktienhandel leichter

Die österreichischen Aktienwerte sind am Donnerstag leichter aus dem Handel gegangen. Der ATX schloss 0,3 % niedriger bei 1 126,79 Punkten. Die Grundstimmung sei aber dennoch positiv, sagten Händler. Favorit des Tages waren Austria Tabak, die um fünf Prozent auf 56,70 Euro zulegten. Ihre Unterstützung erhielten die Titel dabei von Gerüchten um den bevorstehenden Einstieg ausländischer Unternehmen.

Brüssel: Finanztitel stützen Gesamtmarkt

In Brüssel präsentierte sich die Börse freundlich. Der Bel20 beendete die Sitzung 0,7 % fester bei 3172,02 Punkten. Händlern zufolge erhielt das Börsenbarometer seine Unterstützung hauptsächlich von den starken Finanztiteln. Fortis B stiegen um ein Prozent auf 36,59 Euro. Bei hohen Umsätzen legten KBC Bancassurance 1,3 % auf 51,25 Euro zu.



Stockholm: Uneinheitliche Tendenz

Die schwedischen Aktienwerte tendierten am Donnerstag uneinheitlich. Der OMX beendete die Sitzung fast unverändert bei 1190,17 Punkten. Marktbeobachter machten gegensätzliche Vorgaben für die Entwicklung verantwortlich. Dem freundlischen Start der US-Börsen und einem guten Ergebnis von Skanska standen enttäuschende Zahlen von Sandvik und Securitas gegenüber.

Skanska zogen um 10,50 auf 391,00 skr an. Sandvik verloren neun auf 213,00 skr und Securitas 21,50 auf 185,00 skr. Das Börsenschwergewicht Ericsson blieb unverändert bei 138,00 skr.

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