Gerüchte über Verhandlungen mit Deutscher Bank
Liberty will weitere Kabelnetze kaufen

Die US-Firma Liberty Media will offensichtlich nach dem Kauf des TV-Kabelnetzes der Deutschen Telekom in Deutschland weiter expandieren. Nach bislang unbestätigten Medienberichten verhandelt das Unternehmen mit der Deutschen Bank über die Übernahme der Kabelnetz-Gesellschaft Tele-Columbus.

dpa HAMBURG/FRANKFURT Nach Berichten der "Welt am Sonntag" will die Deutsche Bank in Kürze den Verkauf ihrer Servicegesellschaft für das TV-Kabelnetz, bekannt geben. Derzeit liefen abschließende Verkaufsgespräche. Zu den weiteren Interessenten zähle die US-Gesellschaft Callahan sowie die britische Investorengruppe NTL. Ein Sprecher der Deutschen Bank lehnte eine Stellungnahme ab. "Wir kommentieren solche Marktgerüchte wie üblich nicht."

Nach Informationen des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel" geht es um die Übernahme eines Netzes mit 2,2 Millionen angeschlossenenHaushalten zum Preis von 2,3 Mrd. DM. Unterdessen schreibt das Nachrichtenmagazin "Focus", Liberty Media wolle auch einen weiteren Anbieter in Hessen, das iesy-Netz, übernehmen.

Vor wenigen Tagen hatte das zum US-Telefonkonzern AT&T gehörende Unternehmen den Erwerb des noch verbliebenen Kabel-TV-Netzes der Telekom bekanntgegeben. Branchenkennern gehen von einem Kaufpreis von rund 5 Mrd. Euro aus. In den sechs Regionen sind mehr als 10 Millionen Haushalte an das Kabelnetz angeschlossen. Hintergrund für die weiteren Käufe sei, dass sich der Zugang zu Endkunden häufig in der Hand von Anbietern wie Tele-Columbus befinde.

Die deutschen TV-Sender befürchten nun, dass Liberty Media über die Fernsehkabel auch eigene Programme verbreiten will. Der geplante Einstieg des US-Konzerns stößt auch bei Medienwächtern auf Bedenken. Nach dem milliardenschweren Verkauf an den US-Investor hätten die neuen Kabelgesellschaften mehr Einfluss als bisher die Telekom, warnte der Vorsitzende der Direktorenkonferenz der Landesmedienanstalten (DLM), Norbert Schneider. Das Kabel sei wichtigstes Übertragungsmedium für Fernsehen in Deutschland, erinnerte Schneider, der auch Direktor der nordrhein-westfälischen Medienaufsicht (LfR) ist. In den Streit schaltet sich unterderssen auch der bayerische Staatsminister Erwin Huber (CSU) ein: "Wir haben seit vielen Jahren auf den Ausbau des Fernsehkabels gedrängt", sagte der bayerische Staatsminister Erwin Huber (CSU), "jetzt wo endlich der Startschuss gefallen ist, können wir den neuen Anbietern nicht gleich wieder Fesseln anlegen."

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