Gerüchte um Bedenken des Kartellamtes
Merck Finck hält Deutsche Telekom auf 'Marketperformer'

Merck Finck & Co. hat die Aktien der Deutschen Telekom weiterhin mit "Marketperformer" bewertet.

dpa-afx FRANKFURT. Am Dienstag wollte Analyst Theo Kitz nicht ausschließen, dass die T-Aktie bis Ende des Jahres erneut unter Druck gerät. "Da sind noch mehrere hundert Millionen Aktien in der Pipeline als Rückfluss aus den USA", sagte Kitz. Am 1. Dezember läuft eine Haltefrist für Altaktionäre des US-Mobilfunkanbieters Voicestream aus.

Mit der Bewertung "Marketperformer" erwartet Kitz eine Kursentwicklung, die sich am Dax-Durchschnitt orientiert. Dabei könne es zu Schwankungen in einer Bandbreite von fünf Prozent kommen.

Der Präsident des Bundeskartellamtes, Ulf Böge, sieht einem Pressebericht zufolge den Verkauf des Kabelnetzes der Deutschen Telekom an das US-Unternehmen Liberty Media stark gefährdet. Grund dafür seien Bedenken gegen die Übernahme der TV-Kabelnetze bei gleichzeitigem Erwerb eines Minderheitsanteils am Pay-TV-Sender Premiere World.

Telekom rechnet fest mit der Kaufsumme von 10 Mrd. DM

Für Analyst Kitz sind die Bedenken des Kartellamtes seit längerem bekannt. Falls das Geschäft aber tatsächlich durch die Wettbewerbshüter verhindert werden sollte, wäre das "eine sehr schlechte Nachricht". Die Telekom habe die mit Liberty vereinbarte Kaufsumme von 10 Mrd. DM zum Schuldenabbau bereits fest eingeplant.

Analyst Kitz geht eher davon aus, dass es sich bei der Auseinandersetzung mit dem Kartellamt um eine erneute Drohgebärde von Seiten des US-Medienkonzerns Liberty handelt. Damit soll Druck auf die Bonner Behörde ausgeübt werden. Nach Angaben des Experten ist es bereits das dritte Mal, das diese Gerüchte am Markt kursieren. "Bei den ersten beiden Malen hat es sich als eine Ente herausgestellt", sagte Kitz.

Für Liberty ist das Kabelnetz wichtiger als Premiere

Liberty wolle das Kabelnetz der Telekom und gleichzeitig den Medieninhalt von Premiere World, dem Bezahlfernsehen von Leo Kirch. Hierbei werde "die Machtballung aber sehr groß", sagte Kitz. Das gehe dem Kartellamt zu weit. Analyst Kitz rechnet trotzdem fest mit einem Kompromiss zwischen Liberty und dem Kartellamt. "Für Liberty ist der Besitz des Kabelnetzes wesentlich wichtiger als eine Beteiligung an Premiere", sagte er.

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