Gerüchte um Beiersdorf-Anteil
Allianz soll hinter P&G-Offerte für Beiersdorf stecken

Die Allianz hat eine Stellungnahme zu einem Bericht abgelehnt, wonach der Münchener Konzern mit einem möglichen Angebot von Procter & Gamble (P&G) für seinen Beiersdorf-Anteil den Großaktionär Tchibo unter Druck setzen will.

Reuters MÜNCHEN. "Dazu gibt es von unserer Seite keinen Kommentar", sagte ein Allianz-Sprecher am Freitag in München. Das "Manager-Magazin" hatte zuvor auf seiner Internet-Seite berichtet, hinter einer möglichen Offerte von P&G stecke Allianz-Finanzchef Paul Achleitner selbst, der damit einen Bieterprozess in Gang setzen wolle. Die Allianz wolle so den Druck auf Tchibo, die der Hamburger Familie Herz gehören, erhöhen. Ziel des Versicherers sei es, sich "um jeden Preis" von seinem 43,6-prozentigen Anteil an dem Kosmetikkonzern zu trennen. Weiter hieß es, Procter & Gamble plane noch für Freitag die Abgabe eines vorläufigen Angebots.

Spekulationen über eine Übernahme des Allianz-Anteils an Beiersdorf durch P&G haben in den letzten Tagen zu kräftigen Kursanstiegen bei dem Hersteller von Nivea- und Tesa-Produkten geführt. Nach Reuters-Informationen plant der Tchibo-Konzern, der ebenfalls Großaktionär bei Beiersdorf ist, für den Fall einer P&G-Offerte ein eigenes Angebot.

"Sollte die Eigentümerfamilie nicht bereit sein, einen vergleichbaren Preis zu bieten, soll der Verkauf an Procter & Gamble auch gegen den Widerstand des Beiersdorf-Managements durchgezogen werden", hieß es in dem Bericht des "Manager-Magazins" weiter. Tchibo-Chef Reinhard Pöllath hatte kürzlich erklärt, er strebe eine Einigung mit der Allianz über deren Beiersdorf-Anteile an. Als Hindernis für einen Kauf gelten bislang aber die Preisvorstellungen des Versicherers.

Experten halten es für möglich, dass die Allianz einen höheren Preis für ihr Beiersdorf-Paket erzielen könnte, wenn sie es an einen Branchenkonkurrenten - also beispielsweise Procter & Gamble - verkaufen würde. Die erfolgsverwöhnte Allianz musste zuletzt unter den Verlusten der im Vorjahr übernommenen Dresdner Bank leiden. So war im ersten Halbjahr 2002 im Bankgeschäft ein Verlust von 1,058 Mrd. Euro angefallen.

Die Beiersdorf-Aktie notierte am Freitagvormittag mit 110,10 Euro um knapp 3,9 % im Plus.

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