Gerüchte um Gewinnwarnung bei der Deutschen Bank
Massive Verkäufe bei Bank-Aktien belasten Dax

Belastet von massiven Kursverlusten bei den Bank-Titeln hat der Deutschen Aktienindex (Dax) am Dienstag erneut im Minus geschlossen. Im Handelsverlauf fiel das Börsenbarometer zwischenzeitlich auf den tiefsten Stand seit September 1996. "Der Ausverkauf bei den Bankwerten belastet den deutschen Aktienmarkt", sagte ein Börsianer.

Reuters FRANKFURT. Das Papier der Deutschen Bank verlor zeitweise über neun Prozent, was Händler vor allem auf Gerüchte über eine möglicherweise bevorstehende Senkung der Gewinnprognose bei Deutschlands größtem Kreditinstitut zurückführten. Die Aktien der Commerzbank brachen nach einer Herunterstufung durch die Rating-Agentur Standard & Poors (S&P) zeitweise über elf Prozent ein. Für die Hypo-Vereinsbank senkte S&P ihren Ausblick auf "negativ". Die Aktie gab ebenfalls stark nach.

Dax erneut auf Sechs-Jahres-Tief

Nach anfänglichen Kursgewinnen zu Handelsbeginn ging der Dax mit einem Verlust von 1,7 Prozent auf 2 622,09 Punkten aus dem Handel. Zeitweise gab das Börsenbarometer sogar auf 2 542 Zählern nach, den tiefsten Stand seit 9. September 1996. Am Neuen Markt fiel der Nemax 50-Index um 0,25 Prozent auf 311,99 Punkte, der MDax verlor 0,75 Prozent auf 2772,66 Zähler.

Ohne größeren Einfluss auf den deutschen Börsenhandel blieben Äußerungen von EZB-Präsident Wim Duisenberg in Brüssel zu den Leitzinsen in Europa. Duisenberg bezeichnete am Dienstag das Leitzinsniveau in den Euro-Ländern als derzeit angemessen. Ebenso blieben von der Bundesanstalt für Arbeit veröffentlichte Arbeitsmarktdaten für den Monat September ohne Auswirkungen auf das Marktgeschehen.

Zu den Tagesverlierern im Dax gehörten die Titel der Deutschen Bank mit einem Abschlag von über fünf Prozent auf 37,75 Euro. Die Aktien schlossen damit auf dem tiefsten Stand seit Anfang 1997. An den Märkten war erneut darüber spekuliert worden, dass der Gewinn der Bank 2002 niedriger ausfallen könne als von Branchenexperten und Marktteilnehmern erwartet. "Es gibt hier alle möglichen Geschichten am Markt. Vermehrt hören wir wieder, dass es möglicherweise eine Gewinnwarnung geben wird, aber das haben wir ja schon mal gehört", sagte ein Börsianer. Die Deutsche Bank wollte zu den Spekulationen keine Stellung nehmen.

Mit einem Abschlag von sieben Prozent gab auch die Aktie der Commerzbank weiter kräftig nach und schloss mit 5,30 Euro auf dem tiefsten Stand seit über zehn Jahren. Zeitweise fielen die Titel sogar um über elf Prozent auf 5,04 Euro. Händler führten den Kursrückgang unter anderem auf eine Herunterstufung durch die Rating-Agentur S&P zurück, die ihr Langfrist-Rating für die Bank auf "A-" von "A" reduzierte. Die Rückstufung habe jedoch nichts mit den jüngsten Spekulationen über angebliche Liquiditätsprobleme der Bank, eine zu niedrige Kernkapitalquote oder hohe Verluste in einem ihrer Geschäftsbereiche zu tun, teilte S&P mit.

S&P reduzierte unterdessen auch den Ausblick für die Hypo-Vereinsbank auf "negativ" von bislang "stabil". Für diese Entscheidung führte die Agentur ebenso vor allem das schwache wirtschaftliche Umfeld als Begründung an. Die Aktien der Hypo-Vereinsbank verloren 2,8 Prozent auf 11,75 Euro.

Metro-Titel unter Druck

Auch die Aktie des Handelsriesen Metro verlor deutlich. In der Spitze fiel sie über zehn Prozent auf ein Jahrestief von 15,22 Euro, nachdem der viertgrößte US-Einzelhandelskonzern Sears am Vortag eine schwache Geschäftsprognose gegeben hatte. Auch die deutschen Automobilwerte Daimler-Chrysler, BMW und VW standen unter Druck. Händler begründeten dies unter anderem mit jüngsten Äußerungen von General-Motors-Konzernchef Rick Wagoner, der im kommenden Jahr mit einem Rückgang des allgemeinen Autoabsatzes in den USA rechnet.

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