Gerüchte um Gewinnwarnung bei VW
Deutsche Aktien sehr schwach

Sehr schwach haben die Notierungen am deutschen Aktienmarkt am Freitag den Handel geschlossen. Der Dax reduzierte sich um 2,3 % bzw 137,09 auf 5 862,10 Punkte.

vwd FRANKFURT. "In dieser unsicheren Situation wird niemand große Bestände kaufen", erklärte ein Teilnehmer. Daneben habe auch das deutliche Minus an den US-Börsen belastet. In den USA drückten die Gewinnwarungen von AMD und EMC auf die Stimmung und auch die schlechter als erwartet ausgefallenen Arbeitsmarktdaten belasteten. Die Zahl der Beschäftigten außerhalb der Landwirtschaft war im Juni um 114 000 gesunken; Analysten hatten mit einem Rückgang um 57 000 gerechnet. Größte Abgeber waren einmal mehr die Technologietitel. Die Umsätze seien dabei erschreckend hoch gewesen, berichteten Händler.

Die nachbörsliche Gewinnwarnung von AMD war das Hauptthema und führte zu kräftigen Verlusten bei den Technologie-Aktien. "Das Bild wird immer düsterer", meinte ein Händler. Die Entscheidung von Hitachi, in einem neuen Werk die Produktion von Halbleitern zeitweise einzustellen, passte da gut ins Bild. Nicht ganz so deutlich im Minus lagen Infineon, obwohl nach der Gewinnwarnung vörbörslich mit deutlichen Abschlägen gerechnet worden war. Händler spekulierten, dass Gerüchte über eine Verschiebung der Platzierung von 60 Mio neuen Aktien dahinter stecken könnten. "Wenn der bereits eingepreiste Verwässerungseffekt aus dem Kurs rauskommt, hat die Aktie etwas Erholungspotenzial", erklärte ein Marktteilnehmer.

Auch Stützungskäufe der an der Kapitalerhöhung beteiligten Banken wurden ins Gespräch gebracht. Infineon reduzierten sich verglichen zum Segment um moderate 0,6 % auf 26,65 Euro. Siemens dagegen gaben 5,7 % auf 64,04 Euro nach, und Epcos büßten 4,2 % auf 55,08 Euro ein. SAP fielen um 6,9 % auf glatt 140 Euro. Marktteilnehmer berichteten von einer weiter getrübten Stimmung bei SAP. Viele Teilnehmer hätten anscheinend Angst vor den Quartalszahlen, meinte ein Händler. Auf der Verkäuferseite seien viele kleinere Investoren zu erkennnen gewesen. Von einem starken Abgabedruck institutioneller Adressen sei dagegen nichts zu erkennen gewesen, hieß es weiter.

Die Deutsche Telekom kommt aus den Schwierigkeiten nicht heraus. Wie die "FAZ" am Berichtstag meldete, gehen die Staatsanwälte nun dem Verdacht nach, dass das technische Anlagevermögen in der Eröffnungsbilanz überbewertet gewesen sei. "Das sieht nicht gut aus", meinte ein Händler. Im allgemein schlechten Umfeld führte diese Meldung zu Abschlägen von 3,6 % auf 26,10 Euro. Die Niederlage von Bayer im Patenstreit mit der Schweizer Syngenta belastete den Kurs des Papiers. Dass es bei einem Pflanzenschutzmittel Probleme gebe, sei bedeutsam, da es so aussehe, als ob Bayer von Aventis CropScience übernehmen werde, kommentierten Teilnehmer. Damit gebe es einen Rückschlag in einem Hauptgeschäftsfeld. Bayer gaben 2,1 % auf 44,35 Euro ab.

Der Finanzsektor präsentierte sich schwach. Nach der als Gewinnwarnung ausgelegten Äußerung des Commerzbank-Vorstands Müller, der von einem Rückgang des Handelsergebnis im zweiten Quartal sprach, sei es nicht auszuschließen, dass auch die übrigen Insititute nachziehen könnten. Kredite an die notleidenden Technologieunternehmen, ein Stillstand bei Börsengängen und Probleme im Investmentbanking komplettierten das Bild, erklärten Beobachter. Commerzbank sanken um 0,6 % auf 28,18 Euro, Deutsche Bank um 2,2 % auf 81,55 Euro. Im Automobilbereich belastete ein am späten Nachmittag aufkommendes Gerücht über eine Gewinnwarnung bei VW den Kurs des Papiers. VW reduzierten sich um 3,6 % auf 53,80 Euro.

Das Gerücht gehe durch alle europäischen Handelsräume, sagte ein Händler. Allerdings sei dieses nach den aktuellen Absatzzahlen eigentlich recht unwahrscheinlich. Die übrigen Automobilwerte hielten sich im Vergleich zum Gesamtmarkt noch recht gut. So gaben BMW 0,7 % auf 39,95 Euro ab, und Daimler-Chrysler sanken um 1,8 % auf 53,92 Euro.

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