Gerüchte um Salzgitter
Dax kämpft mit der Marke von 4 000 Punkten

Trotz fester Vorgaben aus New York und Tokio haben die deutschen Standardwerte den Handel am Dienstag geschwächt aufgenommen. Der Leitindex Dax gab bis 9.30 Uhr 1,2 Prozent bzw 51 Zähler auf 3983 Punkte ab. Dagegen kletterten die mittelgroßen Werte im MDax um 0,25 Prozent auf 3.738,51 Punkte.

dpa-afx FRANKFURT. Händler verweisen auf Gewinnmitnahmen zu Handelsbeginn. Davon seien alle Sektoren betroffen, heißt es. Die Unsicherheit mit Blick auf die politische Lage bleibe zudem weiter bestehen und auch die Unternehmensmeldungen seien nicht gerade bullish. Der negative Kommentar von US-Finanzminister Paul O'Neill, dass die Terroranschläge die US-Wirtschaft "gewaltig" getroffen haben, belastet das Marktsentiment zusätzlich.

Die Volkswirte seien sich einig, dass die Ereignisse die Erholung des Wirtschaftswachstums gegenüber den bisherigen Prognosen um ein Quartal verzögern dürften, sagte der Minister am späten Montagabend. Der Markt warte auf die Daten zum US-Verbrauchervertrauen, die um 16.00 Uhr MESZ veröffentlicht werden. Davon versprechen sich Händler erste Indikatoren über die Auswirkungen der Terroranschläge auf die weitere Konsumbereitschaft der Amerikaner. Im Befragungszeitraum seien die Anschläge passiert. "Bis zur Veröffentlichung der Daten werden die Handelsplätze abwartend reagieren", so ein Händler. Analysten erwarten einen deutlichen Rückgang des Wertes.

Wichtig sei jedoch, wie groß der "Terrorabschlag" ausfällt, heißt es. Als "in line" bezeichneten Händler in ersten Einschätzungen die Entwicklung der deutschen Erzeugerpreise im August, die wie erwartet leicht zurückgingen. Daher gebe es kaum positiven Auswirkungen auf den Markt.

Nach den deutlichen Kursgewinnen von VW am Vortag - der Wert verbesserte sich im Tagesverlauf um 8,3 Prozent - gibt es eine Konsolidierung. "Die Meldungen über Produktionskürzungen in Deutschland und Brasilien verderben das Sentiment", sagt ein Marktteilnehmer. VW verlieren 3,4 Prozent auf 36,67 EUR. Die Chemiewerten können sich wegen des deutlich gefallenen Ölpreises dem Abwärtstrend entziehen. Degussa allerdings verlieren 4,3 Prozent auf 23,19 EUR, während BASF und Bayer etwas zulgen können. Preussag führt die wenigen Gewinner mit plus 2,9 Prozent auf 22,64 EUR an.

Meldungen, dass Salzgitter einen großen Stahlkonzern zusammenbauen will, bewerten Beobachter skeptisch. In der Stahlbranche verdichteten sich Informationen, dass der MDax-Neuling einen zweiten großen Stahlkonzern als Gegengewicht zu Thyssen Krupp aufbauen will. Interesse habe Salzgitter dabei an der Übernahme der EKO Stahl, den Dillinger Hüttenwerken und Saarstahl, schreibt die "Süddeutsche Zeitung" (Dienstagausgabe). "Ob sich das rechnet, bleibt abzuwarten", meinen Marktteilnehmer. Bei einer Rezession sei mit einem Verfall der Stahlpreise zu rechnen. Salzgitter geben 0,1 Prozent auf 8,09 EUR ab.

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