Gerupftes Moorhuhn
Phenomedia setzt Mitarbeiter auf die Straße

Der insolvente Computerspiele-Entwickler Phenomedia entlässt im Zuge seiner Restrukturierungen fast 50 Prozent seiner Mitarbeiter und hofft, mit Hilfe eines Investors das Unternehmen rasch sanieren zu können.

Reuters BOCHUM. Es seien 40 der insgesamt 90 Angestellten entsprechend der gesetzlichen Fristen gekündigt worden, teilte der Erfinder des erfolgreichen "Moorhuhn"-Computerspiels am Donnerstag mit. Das zur Entwicklung von neuen Charakteren und Spielkonzepten notwendige Kernteam werde im Unternehmen bleiben.

Desweiteren hieß es, Wulf-Gerd Joneleit sei als vorläufiger Insolvenzverwalter eingesetzt worden. Ziel sei es nun, die Fortführung der Gesellschaft durch eine rasche Sanierung sicher zu stellen. Hierfür würden intensive Gespräche mit mehreren potenziellen Investoren geführt.

Nachdem Mitte April bei dem am Neuen Markt gelisteten Unternehmen Bilanzmanipulationen bekannt geworden waren, hatte Phenomedia eine Sonderprüfung in Auftrag gegeben. Diese ergab den damaligen Angaben zufolge, dass eine nachhaltige Liquidität nicht sicher gestellt werden kann. Daher stellte das Unternehmen Mitte Mai beim Amtsgericht Bochum Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens.

Die ehemaligen Vorstände hatten eingeräumt, in die Bilanzen rund zehn Millionen Euro nicht existente Forderungen eingebucht zu haben. Die Bochumer Staatsanwaltschaft ermittelt deswegen gegen den damaligen Vorstandschef Markus Scheer und den früheren Finanzvorstand Björn Denhard.

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