Gesamtjahresverlust nicht ausgeschlossen
Cor verfehlt Planzahlen im ersten Quartal

Der Anbieter von Software für die Bestandsführung von Lebensversicherungen Cor AG Insurance Technologies sieht nach den verfehlten Planzahlen im ersten Quartal sein Gesamtjahresgeschäft mit vielen Unsicherheiten behaftet. In den ersten drei Monaten des laufenden Jahres habe Cor einen Verlust vor Steuern (EBT) von fünf Mill. DM eingefahren und damit das ursprüngliche Ziel um drei Mill. DM verfehlt.

Reuters STUTTGART. Wegen der weiterhin unklaren gesetzlichen Rahmenbedingungen für die staatliche Förderung der Privatrente hielten sich die Versicherer mit Investitionen noch zurück, sagte Vorstandsmitglied Peter Gassner am Mittwoch in Stuttgart. Daher werde auch im Gesamtjahr ein Verlust nicht ausgeschlossen.

Zur Entwicklung des Geschäfts im ersten Quartal teilte das Unternehmen weiter mit, der Umsatz habe rund neun Mill. DM betragen, etwa zwei Mill. DM weniger als geplant. Im Anfangsquartal des Vorjahres hatte Cor noch einen Umsatz von 10,2 Mill. DM erzielt. Neben der Zurückhaltung der Lebensversicherer hätten ungeplante Aufwendungen im Geschäftsbereich Outsourcing den Ertrag belastet. Zudem hätten Abfindungen für ehemalige Vorstände das Ergebnis gedrückt.

Wegen der Unsicherheit über die so genannte "Riester-Police" befänden sich die Lebensversicherer mit ihren Investitionen noch in einer "Warteschleife", sagte Gessner. Falls das Gesetz bald verabschiedet würde, werde Cor seine Kundenzahl im Gesamtjahr aber deutlich erhöhen können. So gebe es etwa 20 Interessenten an der von Cor für die neuen Produkte angebotenen Software. Bisher habe die Gesellschaft mit Sitz in Leinfelden-Echterdingen einen Kundenstamm von 19 Versicherungs-Firmen. Arbeitsminister Walter Riester (SPD) will die geplante Rentenreform noch am 11. Mai durch den Bundesrat bringen.

Der Ende März nach dem Ausscheiden der kompletten Führungsriege wieder in den Cor-Vorstand zurückgekehrte Firmengründer Gessner gab zudem bekannt, er habe bereits einen Vorstandssprecher für das Unternehmen ausgemacht. Der aus der IT-Branche stammende Manager werde spätestens zum 1. Oktober sein Amt bei Cor antreten. Seit dem Abgang der drei bisherigen Vorstandsmitglieder wird Cor von Gessner und Technikvorstand Michael Krieg geleitet. Die bisherige Führungsmannschaft habe die Firma wegen unterschiedlicher Auffassungen über die Strategie verlassen, sagte Gessner.

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