Geschäft ausgebaut
Private Bausparkassen trotzen der Flaute

Die privaten Bausparkassen in Deutschland haben dem konjunkturell schlechten Umfeld getrotzt und im vergangenen Jahr ihr Geschäft ausgebaut.

Reuters BERLIN. Die 17 privaten Bausparkassen hätten 2002 rund 2,4 Prozent mehr Bausparverträge abgeschlossen als im Jahr zuvor, teilte der Verband der Privaten Bausparkassen am Montag in Berlin mit. Die Bausparsumme der neuen Verträge sei um 5,2 Prozent auf 52,4 Milliarden Euro gestiegen. Die positive Geschäftsentwicklung sei "besonders auffällig vor dem düsteren Hintergrund der anhaltenden wirtschaftlichen Flaute", sagte Verbands-Hauptgeschäftsführer Andreas Zehnder. Er rechnet aber mit einem weiteren Rückgang beim Wohnungsneubau im laufenden Jahr.

"Wäre die wirtschaftliche Situation - fehlendes Wirtschafts- und Einkommenswachstum, hohe Arbeitslosigkeit - günstiger und gäbe es nicht die allgemeine Verunsicherung über die weitere Entwicklung des Wohnungsbaus und seine Förderung, hätten wir die Talsohle des Wohnungsneubaus schon lange verlassen", sagte Zehnder.

Der Verband kritisierte erneut den von der Bundesregierung vorgelegten Gesetzentwurf zur Senkung der Eigenheimzulage. "Etwa 40 Prozent der Bauherren würden danach ab dem 1. Januar 2003 überhaupt keine Förderung mehr erhalten", sagte Zehnder. Eine Entscheidung über die Zukunft der Eigenheimzulage erwarte er nicht vor Ende März. Das Bundesfinanzministerium bekräftigte, dass für Förderanträge, die bis Ende des vergangenen Jahres abgeschlossen worden seien, das alte Recht gelte. Für alle neuen Anträge auf Eigenheimzulage würden die neuen Regelungen gelten, sollte der Gesetzentwurf so verabschiedet werden, sagte ein Ministeriumssprecher.

Für das laufende Jahr rechnen die privaten Bausparkassen nur noch mit einem Neubau von bundesweit 245 000 Wohnungen nach vom Verband geschätzten 270 000 Wohnungen im vergangenen Jahr. Mit 210 000 Fertigstellungen 2003 dürfte in Westdeutschland dann das bisher niedrigste Neubauniveau nach dem Zweiten Weltkrieg mit 209 000 Wohnungen aus dem Jahr 1988 nur noch minimal übertroffen werden, hieß es weiter. Auch bei den Baugenehmigungen erwarte der Verband nach hochgerechnet 260 000 Wohnungen im vergangenen Jahr für 2003 einen Rückgang auf 235 000 Wohnungen.

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