Geschäft mit dem Mittelstand weiterhin als profitabel gewertet
Banken: Firmenkredite werden teurer

Der deutsche Mittelstand bildet auch in Zukunft für Deutsche Bank und HSBC Trinkaus & Burkhardt die wichtigste Säule im Firmenkundengeschäft hier zu Lande. Von zentraler Bedeutung bleibt dabei der Kredit. Dieser ist zwar kaum profitabel, aber Voraussetzung für den Absatz weiterer Produkte.

HB FRANKFURT/M. Bei den Unternehmenskrediten geht der Trend in Richtung höhere Zinsen. Diese Ansicht äußerten im Gespräch mit dem Handelsblatt sowohl Thomas Duhnkrack, Bereichsvorstand der Deutschen Bank für das deutsche Firmenkundengeschäft, als auch Olaf Huth, persönlich haftender Gesellschafter bei HSBC Trinkaus & Burkhardt und dort verantwortlich für dieses Geschäftsfeld. Im Vergleich zu ausländischen Unternehmen schneiden deutsche Firmen derzeit noch gut ab: Gemessen am Umsatz beträgt ihr Zinsaufwand 1,1 %. US-Firmen müssen dagegen mehr als 2 % aufwenden.

Für Duhnkrack werden die neuen Regeln des Baseler Ausschusses für Bankenaufsicht zur Eigenkapitalunterlegung im Kreditgeschäft (Basel II) den Druck erhöhen, das Kapital gemäß den Erfordernissen des Kapitalmarkts einzusetzen. "Die Rendite muss für das eingesetzte Kapital bei 25 % liegen", sagt er. Darüber hinaus wird sich seiner Ansicht nach der Wettbewerb durch die Entscheidung der EU-Kommission, die Gewährträgerhaftung für öffentlich-rechtliche Institute ab dem Jahr 2005 abzuschaffen, entspannen. Mit den dadurch steigenden Refinanzierungskosten für die Landesbanken und Sparkassen könnten diese ihre Kredite nicht mehr zu jedem Zinssatz gewähren. Schließlich erwartet er eine Konsolidierung im Bankensektor, vor allem bei den öffentlich-rechtlichen Instituten. Laut Duhnkrack wird dann der Wettbewerb nicht nur über die Kreditkonditionen laufen.

Derzeit keine adäquate Verzinsung bei reinen Firmenkundenkrediten

Auch Huth sieht die Tendenz dahin gehen, dass sich das isolierte Kreditprodukt verteuern wird. Derzeit sei beim reinen Firmenkundenkredit auf Grund der erforderlichen Eigenkapitalunterlegung keine adäquate Verzinsung zu erzielen, fügt er hinzu. "Berücksichtigt man neben den Kapitalkosten auch Risiko- und Verwaltungsaufwand dann ist im Kreditgeschäft nichts zu verdienen", räumt Duhnkrack ein. Trotzdem bildet der Kredit auch weiterhin das Rückgrat im Geschäft mit Unternehmenskunden. Denn für die überwältigende Mehrheit der Firmen sei das Darlehen Hauptmotiv eine neue Bankbeziehung einzugehen, betont Huth und fügt hinzu: "Ein reiner Nischenplayer kann sich in diesem Geschäftssegment nicht etablieren." Bei der Deutschen Bank ist deshalb eine maßgebliche Kennziffer die Produktnutzungsquote.

Das bedeutet, dass ein Unternehmen neben dem klassischen Kredit auch provisionsträchtige Produkte wie Vermögensanlage sowie Zins- und Währungsmanagement nutzen soll. "Die Produktnutzungsquote muss über vier liegen", so Duhnkrack. Auch Huth unterstreicht den notwendigen Ausbau durch innovative Produkte und qualifizierte Dienstleistungen. Bedarf dafür sieht er weiterhin im gehobenen Mittelstand. Hierzu zählen Unternehmen mit einem jährlichen Umsatz ab rund 400 Mill. Euro. Von den 120 000 Firmenkunden der Deutschen Bank stuft Duhnkrack 85 % als echten Mittelstand ein. Hier liegt der Jahresumsatz im Schnitt bei 15 Mill. DM. Der Rest liege im Bereich ab 2 Mrd. DM aufwärts. Das Geschäft mit dem Mittelstand sehen Huth und Duhnkrack auch aus einem anderem Grund als sehr attraktiv: Der intensive Kontakt zu Familienunternehmen sowie leitendem Management eröffnet den Zugang zu einer vermögenden und gut verdienenden Klientel. "Das Cross Selling-Potenzial ist evident", so Huth. Für das Geschäft mit der gehobenen Privatkundschaft eröffneten die Unternehmen enorme Wachstumschancen, betont Duhnkrack. Die Deutsche Bank betrachtet die Profitabilität des einzelnen Kunden. Auch hier muss sich der Kapitaleinsatz mit 25 % rentieren.

Beide sind überzeugt, dass der Firmenkunde auch künftig integraler Bestandteil der Gesamtbank bleibt.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%