Geschäft mit Skispringen brummt mittlerweile: IMG steigt als Ski-WM-Vermarkter aus

Geschäft mit Skispringen brummt mittlerweile
IMG steigt als Ski-WM-Vermarkter aus

Die Zahlen der Sportvermarktungsfirma für die Ski-WM in St. Motitz stimmen. Das Unternehmen ist überrascht, wie gut sich die Veranstaltung vermarkten ließ. Doch 2007 ist IMG nicht mehr dabei - die Rechte sind den Hanseaten einfach zu teuer.

ST. MORITZ. Einfach gut, keine Frage. Christian Pirzer ist schwer begeistert von Audi, dem Hauptsponsor der Weltmeisterschaft in St. Moritz. "Wie die das Thema konsequent durchziehen, ist schon beeindruckend. Quattro und alpiner Skisport - es gibt kaum etwas, das so gut zueinander passt", findet der Deutschland-Chef der Sportvermarktungsfirma IMG. In der Tat bieten die Straßen- und Schneeverhältnisse im WM-Ort genau das, wofür allradgetriebene Fahrzeuge gedacht sind. Das freut die Ingolstädter, die für die Hauptsponsoren-Rolle rund fünf Millionen Franken (3,4 Millionen Euro) zahlen mussten.

Pirzer kann sich schon heute beruhigt auf die frühe Heimreise machen. Die Schweizer IMG-Niederlassung ist für die WM verantwortlich, und deren St. Moritzer Zahlen stimmen. "Ich bin überrascht, wie gut sich diese WM vermarkten ließ", sagt Pirzer und berichtet von der Zielmarge, die bei jedem IMG-Engagement angestrebt wird: "Wir wollen immer mindestes 20 Prozent erreichen." Während man bei der laufenden WM rund 30 Millionen Franken (rund 20 Millionen Euro) einnimmt und damit annähernd im Bereich der Vorgabe liegt, wäre Vergleichbares nach Auffassung des Hamburger Vermarkters in Zukunft nicht mehr möglich. Als die Rechte für die Weltmeisterschaften 2007 und 2009 vergeben wurden, lehnte IMG - das im Verbund mit dem Fernsehsender RTL angetreten war - dankend ab. "Wir hätten gerne weitergemacht, aber wir sollten 20 Prozent mehr zahlen."

Zu viel für Pirzer. Aus dem Vergabeduell mit der European Broadcasting Union und deren Vermarktungspartner APF, in dem es auch um die Nordischen Ski-Weltmeisterschaften ging, zog sich die Firma zurück und gibt daher ihren WM-Ausstand in zwei Jahren. Bis dahin laufen die Verträge noch. Auch IMG ist vorsichtiger geworden, wenn Bieterduelle um Sportrechte neue Höhen erreichen. Beim in Deutschland boomenden Biathlon glaubte man einst nicht an einen großen Aufschwung, hier hat die österreichische APF die Nase vorn. "Da ist der Zug an uns vorbei gefahren", bedauert Pirzer. Dafür stieg IMG umso vehementer ins Skispringen ein.

Die Vierschanzentournee bescherte anfangs keinerlei Freude, der erste Winter 1999/ 2000 endete mit einem satten Minus. Mittlerweile hat sich die Situation deutlich gewandelt, der Vermarkter kommt auf seine Kosten. Der Tourneevertrag läuft bis einschließlich kommenden Winter, eine Verlängerung des Engagements wird demnächst verhandelt.

Sollte auch hier ein 20-prozentiger Aufschlag verlangt werden, würde sich IMG wieder von Hannawald & Co. verabschieden. "In in meinen Augen ist der Zenit erreicht. Alle Beteiligten sollten glücklich sein, wenn wir den jetzigen Level halten können", bremst Pirzer schon jetzt die Mitstreiter am Verhandlungstisch. Die werden es vermutlich anders sehen.

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