Geschäfte bleiben rückläufig
US-Industrie auf dem Weg der Besserung

Die US-Industrie befindet sich weiter auf dem Weg der Besserung. Darauf deutet der am Montag veröffentlichte Konjunkturindex der US-Einkaufsmanager hin. Das an den Finanzmärkten viel beachtete Konjunkturbarometer verzeichnete im Mai einen überraschend starken Anstieg und weist den dritten Monat in Folge auf einen verlangsamten Geschäftsrückgang hin.

Reuters TEMPE. Im Unterschied dazu rutschte die Industrie in der Euro-Zone im Mai tiefer in die Rezession. Im Mittelpunkt des Börsengeschehens standen jedoch die starken US-Daten. Die Indizes an der Wall Street bauten ihre Kursgewinne aus. Auch die europäischen Börsen legten zu, während die Kurse der Staatsanleihen verloren.

Nach Angaben des Institute of Supply Management (ISM) kletterte der Index im Mai auf 49,4 Punkte von 45,4 Punkten im April. Analysten hatten einen Zuwachs auf lediglich 48,6 Zähler erwartet. Mit einem Wert unter 50 Punkten zeigt das Konjunkturbarometer weiterhin eine schrumpfende Wirtschaftsleistung im Verarbeitende Gewerbe der USA an. Werte über 50 Punkte weisen auf eine Expansion hin.

Dem ISM zufolge zeigen die Daten, dass die US-Wirtschaft bereits am oder zumindest nahe am Wendepunkt zu einer Belebung steht. Der Indexanstieg sei vor allem auf solide Zuwächse bei Neuaufträgen und Produktion zurückzuführen. "Wir kommen aus der Nachkriegsflaute heraus", sagte Norbert Ore, der den Umfrage-Ausschuss des ISM leitet. Er erwarte allerdings keine starke Erholung im zweiten Halbjahr.

Volkswirte: ISM-Index erster Beleg für Fed-Ausblick

Volkswirte sagten, die Daten verringerten Befürchtungen, es könne in der weltgrößten Volkswirtschaft zu einer Rezession kommen. Außerdem seien die Zahlen der erste handfeste Beleg für die von der US-Notenbank (Fed) prognostizierte wirtschaftliche Belebung. Der ISM-Beschäftigungsindex stieg auf 43,0 (April 41,4) Punkte und zeigt damit einen verlangsamten Stellenabbau an. Der Preisindex fiel dagegen wegen gesunkener Energiekosten deutlich auf 51,5 (63,5) Zähler. Fed-Chef Alan Greenspan hatte zuletzt die Wachsamkeit der Notenbank gegenüber der Gefahr einer Deflation betont. Möglicherweise sei auch das Handeln der Fed erforderlich, um eine - den erhofften konjunkturellen Aufschwung gefährdende - Abwärtsspirale von dauerhaft fallenden Preisen und sinkender Nachfrage zu verhindern.

Die ISM-Daten stehen im krassen Gegensatz zur Lage der Industrie in der Euro-Zone. So ging der Reuters-Einkaufsmanagerindex (EMI) für das Währungsgebiet im Mai überraschend auf 46,8 (47,8) Punkte zurück. Der entsprechende Index für Deutschland sank ebenfalls unerwartet auf 44,7 (45,9) Zähler.

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