Geschäftsabschlüsse im Umfang von umgerechnet 7,4 Milliarden DM
Milliardengeschäfte bei Besuch von Kanadas Premier in China

Beim Besuch des kanadischen Ministerpräsidenten Jean Chretien in Peking sind Geschäftsabschlüsse im Umfang von 5,3 Mrd. kanadischen $ (7,4 Mrd. DM) unterzeichnet worden. Auch Chinas Staats- und Parteichef Jiang Zemin empfing am Dienstag den Premier, der mit der bislang größten kanadischen Wirtschaftsdelegation nach China gereist war.

dpa PEKING. Die geschäftlichen Vereinbarungen - von festen Verträgen bis hin zu Absichtserklärungen - unterstreichen nach Chretiens Worten, wie stark sich Kanada dem "pulsierenden und dynamischen chinesischen Markt" verpflichtet fühlt. China sei ein wichtiger und wachsender globaler Wirtschaftspartner, mit einem potenziell enormen Markt.

Aus der Delegation verlautete, dass die 5,3 Mrd. nur den kanadischen Anteil beziffern. China wird nach Chretiens Angaben bald Kanadas drittwichtigster Handelspartner. Umgekehrt steht Kanada auf Platz zehn der chinesischen Handelspartner und hat Investitionen im Wert von 2,33 Mrd. $ in der Volksrepublik.

Bei ihrem Treffen lobten Jiang Zemin und Chretien die Entwicklung der Beziehungen und die wirtschaftliche Kooperation. Der Handel zwischen beiden Ländern stieg im vergangenen Jahr sogar um 45 % im Vergleich zum Vorjahr auf 7 Mrd. $. In der 600 Mitglieder starken Delegation sind allein 500 Unternehmer. Auch Parlamentschef Li Peng empfing Chretien.

Beide Seiten bemühten sich, den Fall des in Kanada festgenommenen Hauptverdächtigen im größten Korruptionsfall der Geschichte der Volksrepublik nicht den Besuch überschatten zu lassen. "Kein Kommentar", verlautete dazu nur aus der kanadischen Delegation. Auch die chinesische Seite äußerte sich zunächst nicht.

China hatte zuvor wiederholt die Auslieferung von Lai Changxing gefordert, doch gibt es darüber kein Abkommen mit Kanada. Wegen Fluchtgefahr sitzen der 46-Jährige und seine Frau seit der Festnahme im November in Kanada in Haft und wehren sich gerichtlich gegen eine Abschiebung nach China, wo Lai Changxing die Todesstrafe droht.

Der geflüchtete Chef der Unternehmensgruppe Yuanhua steht im Mittelpunkt eines Schmuggelskandals in der Hafenstadt Xiamen, in den voraussichtlich 200 Funktionäre der Stadtregierung, der Polizei, des Zolls und Militärs verwickelt sind. 14 Todesurteile sind schon verhängt. Der Skandal dreht sich um Schmuggelware im Wert von 53 Mrd. Yuan (15 Mrd. DM) und hat Auswirkungen bis in hohe Regierungskreise in Peking.

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