Geschäftsausbau im deutschen Energiemarkt
Essent zeigt Interesse an Eon- und Ruhrgas-Beteiligungen

Der niederländische Strom- und Gasversorger Essent NV, Arnhem, hat Interesse an einer Übernahme von Beteiligungen der Eon AG und der Ruhrgas AG. Es sei davon auszugehen, dass die beiden Konzerne für eine Ministererlaubnis Unternehmen aus ihrem Portfolio abgeben müssten, sagte Michael Feist, Sprecher der Geschäftsführung der Deutschen Essent GmbH, am Freitag in Düsseldorf.

vwd DÜSSELDORF. Da Essent ihr Geschäft im deutschen Energiemarkt deutlich ausbauen wolle, prüfe man schon heute mögliche Akquisitionen. Feist verwies auf die Eon-Beteiligungen Avacon, Heingas, VNG, Gelsenwasser und Gasag, die bereits vom Bundeskartellamt genannt worden seien.

Essent habe dabei vor allem Interesse am Endkundengeschäft, unterstrich Feist, der die Deutschland-Geschäfte des nach eigenen Angaben führenden niederländischen Strom- und Gasverteilers leitet. Mittelfristig wolle Essent zwischen zwei Milliarden und 2,5 Milliarden Euro in Deutschland für weitere Zukäufe investieren. In vier bis fünf Jahren wolle sein Unternehmen einen Zugang zu etwa zwei Millionen Haushalten haben und damit mehr als vier mal so groß sein wie heute. Derzeit hält die Deutsche Essent eine 51-Prozent-Beteiligung an der SWB AG, den ehemaligen Stadtwerken in Bremen und Bremerhaven, und ist indirekt an den Stadtwerken Bielefeld und Gütersloh beteiligt.

Damit verbucht das Unternehmen einen konsolidierten Umsatz von 526 Millionen Euro und kommt auf einen Stromabsatz von 3,51 Giga-kWh und einen Gasabsatz von 6,13 Giga-kWh. Feist betonte, trotz der eventuellen Möglichkeit zum Zukauf, sei er "sehr besorgt" über die wahrscheinliche Ruhrgas-Übernahme durch Eon. Es werde "ein gewaltiger Machtblock" auf dem deutschen Energiemarkt entstehen, der die Situation für Newcomer deutlich erschweren werde. Die Hürde, eine profitabele Position im Markt aufzubauen, werde höher, sagte der Geschäftsführer.

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