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Geschäftsführer des Weltwirtschaftsforums kündigt fristlos

Der Geschäftsführer des Weltwirtschaftsforums (WEF), José María Figueres, hat mit sofortiger Wirkung gekündigt. Das teilte das WEF, das alljährlich in Davos das Manager- und Politikertreffen im Schweizer Wintersportort Davos organisiert, in Genf mit.

dpa GENF. Der Geschäftsführer des Weltwirtschaftsforums (WEF), José María Figueres, hat mit sofortiger Wirkung gekündigt. Das teilte das WEF, das alljährlich in Davos das Manager- und Politikertreffen im Schweizer Wintersportort Davos organisiert, in Genf mit.

Am selben Tag waren Vorwürfe laut geworden, Figueres, der von 1994 bis 1998 Präsident von Costa Rica war, habe in seiner Heimat Schmiergelder angenommen. Als Grund für die Trennung nennt das WEF aber nicht die Schmiergelder, sondern den Umstand, dass Figueres zweieinhalb Jahre lang einen bedeutenden Beratervertrag mit einem anderen Unternehmen unterhalten habe.

Nach Medienberichten soll Figueres von Schmiergeldzahlungen profitiert haben, die der französische Telekommunikationskonzern Alcatel in Costa Rica für Regierungsaufträge gezahlt hat. Alcatel hatte zwischen Dezember 2000 und Mai 2002 drei Aufträge der staatlichen Elektrizitätsgesellschaft Costa Ricas über insgesamt 311 Mill. Dollar erhalten. Figueres räumte in einem Interview mit dem in Zürich erscheinenden "Tages-Anzeiger" ein, er habe bei der Firma H. F. Desarrollos Interdisciplinarios gearbeitet, die Alcatel auch in diesen drei Geschäften beriet.

Für sein Mandat will Figueres in über drei Jahren rund 906 000 Dollar erhalten haben. Die Beratungsfirma gehört seinem ehemaligen Präsidentenberater. In dem Interview bestreitet Figueres Vorwürfe, dass er als Verbindungsglied zu staatlichen Stellen engagiert worden sei. Die Anschuldigungen seien politisch motiviert, denn er erwäge eine Kandidatur bei den Wahlen 2006.

Das WEF schrieb, Figueres habe dem Unternehmen diese bezahlte Beratertätigkeit weder bei seiner Einstellung noch während seiner Amtszeit offenbart und damit gegen die Regeln des WEF verstoßen. Es war 1971 von dem in Ravensburg geborenen Genfer Wirtschaftsprofessor Schwab gegründet worden. Weltweit operierende Unternehmen - mittlerweile rund 1 000 - gehören dem WEF an und zahlen Mitgliedsbeiträge. Es beschäftigt etwa 160 Menschen in Cologny bei Genf.

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