Geschäftsführer Puffer muss gehen – Ex-Chef Kayser wird Nachfolger
Kirchs Bezahlfernsehen Premiere kommt nicht zur Ruhe

Der Münchener Pay-TV-Kanal Premiere World bietet nicht nur auf der Mattscheibe genügend Stoff für Action-Filme. Wirbel gibt es immer wieder auch um den Chefsessel der Kirch-Tochter.

HB MÜNCHEN. Am Donnerstag teilte Kirch-Geschäftsführer Peter Mihatsch in München mit, dass Premiere-Chef Manfred Puffer den Sender verlässt. Puffer hatte seinen Job erst zu Jahresbeginn angetreten und den erfolglosen Markus Tellenbach abgelöst. Nachfolger von Puffer wird Ferdinand Kayser, der in den 90er-Jahren schon an der Spitze von Premiere stand.

Premiere World hat bislang sämtliche wirtschaftlichen Ziele verfehlt und milliardenschwere Verluste gemacht. Ursprünglich sollte der Sender bis Ende 2000 rund 2,9 Millionen Abonnenten erreichen. Bis jetzt sind es nach Angaben von Mihatsch lediglich 2,4 Millionen. Binnen Jahresfrist hat Premiere nur 200 000 neue Zuschauer angezogen. Vor vier Wochen hatte Puffer noch eine massive Preissenkung angekündigt, die ab Oktober gelten soll. Selbst die umfassende Fußballberichterstattung brachte nicht den erhofften Boom. Schon dem Vorgänger von Puffer, Markus Tellenbach, war es nicht gelungen, Premiere auf Erfolgskurs zu bringen. Tellenbach hielt sich immerhin mehr als zwei Jahre auf dem Chefsessel.

Mit dürren Worten und dem Verweis auf unterschiedliche Auffassungen über die Ziele des angeschlagenen TV-Kanals verabschiedete Mihatsch den früheren Finanz-Geschäftsführer der Kirch-Holding. Offenbar war Puffer gegen die gestern verkündete Öffnung der D-Box, des Empfangs-Geräts von Premiere. Die Kirch-Gruppe sowie ARD, ZDF und RTL hatten sich auf einen einheitlichen Standard für das digitale Fernsehen geeinigt.

Abschied von der D-Box

Premiere verzichtet künftig auf seine eigene Empfangstechnik. Der Schritt gilt als letzte Chance für Premiere World. Bislang mussten die Fernsehzuschauer für die digitalen Programme von ARD, ZDF und RTL sowie Premiere unterschiedliche Geräte anschaffen.

Kirch hält dennoch daran fest, dass Premiere bis 2003 börsenfähig sein soll. Durch den Rückzug des Unternehmens aus dem Geschäft mit der D-Box erwarten die Münchener Einsparungen in dreistelliger Millionenhöhe. Dies habe auch positive Auswirkungen auf das Ergebnis. Wann Premiere in die schwarzen Zahlen kommt, wollte Mihatsch freilich nicht sagen.

Premiere World gehört der Kirch-Pay-TV. An dieser Gesellschaft hält der Rechtehändler Leo Kirch knapp 70 % und der Medienunternehmer Rupert Murdoch über BSkyB 22,3 %.

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