Geschäftsführung mit NRW-Regional-Projekt der SZ zufrieden: Süddeutscher Verlag geht auf Sparkurs

Geschäftsführung mit NRW-Regional-Projekt der SZ zufrieden
Süddeutscher Verlag geht auf Sparkurs

Der Süddeutsche Verlag (SV) spürt die tiefe Krise am Werbemarkt. Das Anzeigengeschäft sei kräftig im Minus, sagte SV-Geschäftsführer Dirk Refäuter dem Handelsblatt.

MÜNCHEN. Der Verlag werde darauf mit einem Sparprogramm reagieren, kündigte er an. So wolle man die Kosten um zehn bis 15 % senken. Auch einen Abbau des Personalbestands kündigte das Unternehmen an. Der Verlag wolle dabei aber ohne betriebsbedingte Kündigungen auskommen, sagte Refäuter. Der Verlag beschäftigt konzernweit rund 5000 Mitarbeiter. Derzeit legen nahezu alle großen Verlage Sparprogramme mit Stellenstreichungen auf.

Das Familien-Unternehmen SV gehört zu den zehn größten deutschen Verlagen. Er bringt mit der Süddeutschen Zeitung (SZ) die größte überregionale Tageszeitung heraus. Für 2001 rechnet das Unternehmen mit einem deutlichen Gewinnrückgang. Auch der Umsatz werde trotz der Akquisitionen des vergangenen Jahres im einstelligen Prozentbereich sinken, sagte Refäuter. 2000 hatte der SV einen Umsatz von 870 Mill. Euro sowie eine zweistellige Umsatzrendite erzielt. Das Flaggschiff des Verlags, die SZ, leidet besonders unter dem Rückgang bei Stellenanzeigen. Selbst wenn die Wirtschaft anzieht, erwartet Refäuter hier keine Erholung im laufenden Jahr. Die SZ-Auflage konnte auf zuletzt rund 435 000 Exemplare täglich gesteigert werden, davon jedoch nur 30 % außerhalb Bayerns.

Trotz der Marktflaute investiert der Süddeutsche Verlag derzeit in einen Regionalteil für Nordrhein-Westfalen, der seit Mitte Januar erscheint. "Das Projekt ist sehr gut angelaufen", meinte Refäuter. Es seien in drei Wochen rund 22 000 Probeabos bestellt worden. Das Projekt kostet den Verlag nach Branchenschätzungen rund 6 Mill. Euro. Ziel ist es, die SZ-Auflage im bevölkerungsreichsten Bundesland deutlich zu steigern. Derzeit rangiert die SZ mit 30 000 Exemplaren in NRW deutlich abgeschlagen hinter der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (mehr als 90 000) und der "Welt" (50 000).

Der NRW-Regionalteil der SZ sei als strategisches Projekt "sehr langfristig" angelegt, bekräftigte Refäuter. "Wir schauen uns an, ob das funktioniert, und nehmen dann möglicherweise ein weiteres Bundesland ins Visier", kündigte der Manager an. Der Axel Springer Verlag hatte mit der "Welt" Anfang 2001 im SZ-Heimatmarkt einen täglichen Bayern-Teil gestartet, das Projekt aber wegen Erfolgslosigkeit schnell wieder eingestellt.

Turbulenzen gibt es auch beim zweiten großen Standbein des SV, dem Bereich Fachinformationen. Vor wenigen Wochen war die geplante Übernahme des Bereichs Fachinformationen vom Weka-Verlag endgültig geplatzt. Das Bundeskartellamt hatte die Übernahme an den Verkauf von zwei Elektronik-Fachtiteln geknüpft. Dies habe aber nicht geklappt. Refäuter widersprach Spekulationen, dem SV sei der im Frühjahr 2001 vereinbarte Kaufpreis von schätzungsweise 140 Mill. Euro inzwischen zu hoch gewesen. Die Wachstumsstrategie für das Geschäftsgebiet Fachinformationen sei damit nicht gescheitert. Der Bereich mit etwa 300 Mill. Euro Umsatz werde aber zunächst eine Wachstumspause einlegen, sagte Refäuter.

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