Geschäftsführung unterschreibt Unterlassungserklärung
Vorwürfe über menschenunwürdige Zustände bei Deichmann-Zulieferern erhärten sich

dpa ESSEN/MAINZ/ESCHBORN. Der Essener Schuhkonzern Deichmann hat jetzt Vorwürfe über menschenunwürdige Zustände in seinen Zulieferbetrieben eingeräumt. Die Deichmann-Geschäftsführung unterzeichnete am Donnerstag eine Unterlassungserklärung, mit der sie sich verpflichtete, dem Südwestrundfunk nicht länger Zuschauertäuschung vorzuwerfen. "Damit musste Deichmann selbst einräumen, dass die Report Mainz-Berichterstattung richtig war", sagte der Redaktionsleiter des ARD-Magazins, Fritz Frey. Deichmann wollte die Angelegenheit nicht kommentieren.

"Report Mainz" hatte in einer am 9. April ausgestrahlten Reportage über unmenschliche Arbeitsbedingungen im indischen Deichmann- Zulieferbetrieb KH-Shoes berichtet. Das Filmmaterial zeigt, wie Gerberei-Arbeiter giftigen Chemikalien barfuß und ungeschützt ausgesetzt sind. Abwässer gelangten ungefiltert in die Umwelt, viele Menschen der Umgebung seien wegen des verseuchten Wassers krank.

Deichmann hatte Report Mainz vorgeworfen, die Innenaufnahmen stammten nicht von dem Betrieb KH-Shoes, musste jetzt jedoch das Gegenteil eingestehen. Ferner berief sich die Essener Firma auf Zertifikate der deutschen Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ/Eschborn). "Wir haben diese Gerberei aber nie zertifiziert", sagte GTZ-Sprecher Hans-Joachim Rabe.

"Man darf nun gespannt sein, ob Deichmann seine Ankündigung wahr macht, dass sofort die entsprechenden Maßnahmen ergriffen würden, falls sich die Vorwürfe als richtig erweisen", sagte ARD-Journalist Frey.

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