Geschäftsklima trübt sich deutlich ein
US-Industrie droht ein Abrutschen in die Rezession

Nach schlechten Konjunktur- Nachrichten aus der Region Chicago erwarten zahlreiche Volkswirte, dass die Geschäftsaktivitäten in der gesamten US-Industrie im September geschrumpft sind.

HB/ost DÜSSELDORF. "Die Wirtschaft hat in diesem Sommer ihre gesamte Dynamik verloren", sagt Cary Leahey, US-Volkswirt bei der Deutschen Bank. Hintergrund der Sorgen: In Chicago und Umgebung hat sich die Stimmung der Industrie-Unternehmen im September drastisch abgekühlt. Der Einkaufsmanager-Index für die Region fiel auf 48,1 Punkte von zuvor 54,9. Werte unter 50 Punkten deuten auf sinkende Geschäftsaktivitäten in der Region hin. Im Vorfeld hatten Ökonomen für September einen Wert von 53,0 Punkten erwartet.

Konjunktur-Beobachter messen der Einkaufsmanager-Umfrage aus Chicago eine hohe Bedeutung bei. Sie gilt als Signal für eines der wichtigsten Barometer zur US-Konjunktur, den landesweiten ISM-Einkaufsmanager-Index für die Industrie, der am heutigen Dienstag veröffentlicht wird. "Nach den schlechten Zahlen aus Chicago dürfte der landesweite Index deutlich unter die 50-Punkte-Grenze sinken", erwartet Deutsche-Bank-Ökonom Leahey. Bislang hatten die Volkswirte damit gerechnet, dass die US-Industrie im September weiter expandiert ist. Im Schnitt hatten sie erwartet, dass der ISM-Index gegenüber August um 0,5 Punkte auf 51,0 Zähler steigt. Sollte der ISM-Index tatsächlich am Dienstag unter die 50-Punkte-Marke sinken, rückt eine Leitzinssenkung durch die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) in den Augen der Ökonomen näher.

"Falls die US-Arbeitsmarktdaten am kommenden Freitag schlecht ausfallen, dürfte die Fed spätestens bei ihrer nächsten Sitzung handeln - vielleicht auch schon früher", erwartet Leahey. Auch der private Verbrauch, bislang eine der wichtigsten Stützen der US-Wirtschaft, hat zuletzt an Tempo verloren. Im August wuchsen die privaten Konsumausgaben mit plus 0,3 % gegenüber Juli langsamer als erwartet - Volkswirte hatten mit einem Anstieg von 0,5% gerechnet. Im Juli hatten die US-Bürger sogar 1 % mehr Geld in denprivaten Konsum gesteckt als im Vormonat. Die persönlichen Einkommen der US-Bürger kletterten mit 0,4 % gegenüber dem Vormonat etwas stärker als die Ausgaben für den privaten Konsum. Bis zum Ende des Jahres dürften sich die privaten Konsumausgaben deutlich abschwächen, erwartet Patrick Franke, Ökonom bei der Commerzbank. Auch die Deutsche Bank gibt sich nicht überaus optimistisch für den privaten Verbrauch im vierten Quartal: Nach ihrer Schätzung könnte der Konsum dann nur noch ganz knapp im Plus liegen.

Quelle: Handelsblatt

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