Geschäftsklima zu schwach
SAS rechnet nun doch mit Verlust

Die skandinavische Fluggesellschaft SAS erwartet für das laufende Jahr nun einen Vorsteuer-Verlust statt des bislang vorausgesagten Gewinns.

Reuters STOCKHOLM. Das Unternehmen werde stärkere Einsparungen vornehmen als bisher geplant, teilte SAS am Dienstag bei der Vorlage der Quartalsergebnisse weiter mit. Im abgelaufenen Vierteljahr hatte der Erlös aus dem Verkauf eines Konzernbereichs zu einer deutlichen Ergebnisverbesserung beigetragen.

Angesichts des anhaltend schwachen Geschäftsklimas gehe der Konzern für das Gesamtjahr von einem Verlust vor Steuern sowie vor Restrukturierungskosten und Kapitalerträgen aus, teilte SAS, die im Rahmen des Luftfahrtbündnisses "Star Alliance" eng mit der Lufthansa zusammenarbeitet, weiter mit. Nach Angaben des Unternehmens dürfte sich der Druck auf Ertrag und Umsatz auch im vierten Quartal fortsetzen. Die Fluggesellschaft, die zur Hälfte den Staaten Schweden, Dänemark und Norwegen gehört, hatte bislang vor Kapitalerträgen einen Gewinn in Aussicht gestellt. SAS-Chef Jorgen Lindegaard zeigte sich nach der revidierten Prognose überzeugt, dass der Konzern im kommenden Jahr wieder in die Gewinnzone zurückkehren werde.

Im abgelaufenen dritten Quartal erwirtschafteten die Skandinavier einen Vorsteuergewinn von 640 Millionen Schwedischen Kronen (rund 70 Millionen Euro) nach einen Verlust von 213 Millionen Kronen im Vorjahreszeitraum. Von Reuters befragte Analysten hatten im Schnitt mit einem Gewinn von 263 Millionen Kronen gerechnet. Allerdings wurde das SAS-Ergebnis den Angaben zufolge hauptsächlich durch den Erlös aus dem Verkauf der IT-Sparte Smart in Höhe von 655 Millionen Kronen gestützt. Der Konzernumsatz lag im dritten Quartal mit einem Anstieg um 31 Prozent auf 16,59 Milliarden Kronen etwas über der Experten-Prognose von 16,44 Milliarden Kronen.

SAS werde die Restrukturierung im Kernbereich Scandinavian Airlines stärker als bisher vorgesehen vorantreiben, kündigte die Fluglinie an. Insgesamt sollen nun bis zum Jahr 2005 durch Stellenabbau, Kapazitätskürzungen und Routenänderungen 6,4 Milliarden Kronen eingespart werden. Bisher hatte das Unternehmen Einsparungen von vier Milliarden Kronen geplant.

SAS hatte auf Grund ihrer Konzentration auf Geschäftskunden in der jüngsten Vergangenheit stärker als andere Fluggesellschaften unter der schwindenden Nachfrage in Folge der Anschläge vom 11. September 2001 gelitten. Dieser Bereich machte früher mehr als die Hälfte des Umsatzes aus. Der Markt für Business-Flüge, mit dem Fluggesellschaften hohe Gewinnmargen erzielen, war nach den Anschlägen in den USA stark eingebrochen.

An der Börse in Stockholm sank der SAS-Aktienkurs am Dienstag im Handelsverlauf um mehr als neun Prozent auf 54 Kronen. Analysten sagten, das Quartalsergebnis werde zwar kurzfristig den Kurs belasten. Die Nachricht über die verstärkten Sparbemühungen sei aber auf lange Sicht positiv zu bewerten.

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