Geschäftskontake ins Ausland innerhalb von 30 Minuten
IT-Branche sucht grenzüberschreitende Partnerschaften

Bereits zum dritten Mal trafen sich am Montag IT-Unternehmen im Dortmunder Electronic Commerce Center mit europäischen Nachbarn zu einem Ideenaustausch.

DORTMUND. Peter Nitschke, Vertriebsleiter der Allcash Trust & Service International GmbH, ist in der IT-Branche tätig. Sein noch junges Unternehmen ist spezialisiert auf den Bereich E-Payment und beschäftigt derzeit etwa 100 Mitarbeiter. Bereits seit 1999 versucht der Unternehmer aus dem nordrheinwestfälischen Moers, im Rahmen des Deutsch-Niederländischen IT-Treffens in Dortmund gesprächsbereite Partner aus dem In- und Ausland zu finden. "Unser Ziel ist klar", sagt Nitschke, "wir wollen Kooperationspartner finden, mit denen wir unsere Service-Leistungen ergänzen können". Neben Nitschke, der zusammen mit Moritz Königsbüscher, Junior Projekt Manager, nach Dortmund angereist ist, verfolgen insgesamt 100 Teilnehmer die Veranstaltung mit dem Ziel, kompetente Geschäftspartner für eine geschäftliche Kooperation zu treffen.

Eine gute Gelegenheit also für zahlreiche Unternehmen, sich auf dem dritten Deutsch-Niederländischen IT-Treffen im Dortmunder Electronic Commerce Center einmal näher zu kommen und sich über die gegenseitigen Kooperationsvorstellungen auszutauschen. Am Rande der 1998 vom ehemaligen niederländischen Wirtschaftsminister Hans Wijers und dem Ministerpräsidenten des Landes NRW, Wolfgang Clement, gegründeten Initiative, suchen viele Geschäftsführer den grenzüberschreitenden Informationsaustausch. "Bislang hatten wir schon sehr gute Gespräche", gibt Peter Nitschke einen zwischenzeitlichen Überblick nach drei von vier Treffen. Dass ein Meeting auf 30 Minuten begrenzt ist, stört ihn nicht: "Für ein erstes Beschnuppern und Kennenlernen reicht die Zeit vollkommen aus". Auch Königsbüscher ist der Ansicht, nach dieser Zeit einen Eindruck zu erhalten, ob in Zukunft weitere Treffen sinnvoll sind oder nicht.

Allcash nimmt bereits zum zweiten Mal an der Veranstaltung teil, die von der Wirtschaftsabteilung des Niederländischen Generalkonsulats in Düsseldorf und der Landesinitiative Media NRW organisiert wird. Und das mit Erfolg. So gelang es beispielsweise dem Moerser Service-Dienstleister im letzten Jahr in dem niederländischen Unternehmen "Ultradocs International BV" aus Heerlen einen Kooperationspartner zu finden. Zusammen entwickeln beide Unternehmen ein System, um Rechnungen via Internet darzustellen und um diese über das Netz bezahlen zu können. Das System soll zunächst für den Business-to-Business-Bereich und später für den Business-to-Consumer-Bereich nutzbar gemacht werden.

Mehr als 200 Gespräche an einem Tag

Das Deutsch-Niederländische Kontaktreffen erfreue sich wachsender Beliebtheit, sagt Michael Dietrich. Der verantwortliche Leiter des Forschungsinstituts für Telekommunikation (FTK), das die Landesinitiative Media NRW vertritt, berichtet: "1999 waren es rund 20 Unternehmen, heute sind es fast fünf Mal so viel. Wir hatten an die 100 Anmeldungen und haben für heute 200 Gesprächsmöglichkeiten organisiert". Während die Teilnehmerzahl steigt, blieben die Nationen-Verhältnisse jedoch gleich: "Wie bereits schon in den Vorjahren so hält sich auch in diesem Jahr die Teilnehmerzahl der Nationen im Verhältnis 50:50", berichtet Projektmanagerin Daphne Ekering vom Generalkonsulat. Gründe, warum der Event gut besucht ist, nennt Eric Samson, Leiter der Wirtschaftsabteilung des Niederländischen Generalkonsulats: "Kontaktreffen wie diese IT-Plattform stellen eine sehr gute Gelegenheit dar, sich einen Überblick über das Marktgeschehen zu verschaffen und Entwicklungen in der Branche rechtzeitig zu erkennen." Außerdem ist er der Meinung, dass nach dem Druck, den die Kapitalgeber auf die Unternehmen ausübten, ein verstärkter Zwang entstehe, sich zunehmend auf den internationalen Märkten etablieren zu müssen.

Die Organisatoren der Kooperationsbörse sehen sich in der Rolle des Vermittlers. "Gesprächsmöglichkeiten mit ausländischen Unternehmen sind sehr gefragt", so Holger Michels, Mitorganisator des Dortmunder FTK. "Außenhandelskontakte werden verstärkt gesucht, da die Wege zu Adressen und Kontakten über die jeweiligen Industrie- und Handelskammern oft sehr beschwerlich sind", begründet Michels die Anfragen. Denn häufig führe der Weg über die IHK nicht zu den gewünschten Kontakten. Michels rechnet nicht damit, dass es an diesem Tag schon zu den erhofften Geschäftsbeziehungen kommt. Aber er ist sich sicher, dass über diese Kontaktmöglichkeit neue Verbindungen entstehen werden. "Hier soll nur die Basis für weitere Gespräche gelegt werden", betont er.

Doch diese Zurückhaltung war unbegründet. Freudestrahlend berichteten die Allcash-Abgesandten Peter Nitschke und Moritz Königsbüscher von ihrem vierten Gespräch. "Es verlief sehr überraschend", urteilten beide Unternehmens-Repräsentanten. Der ausgerufene niederländische Partner sei leider nicht anwesend gewesen. Stattdessen haben Vertreter der Gelsenkirchener Cv-Cryptovision GmbH auf den gegenüberliegenden Stühlen Platz genommen. Begeistert berichten beide, dass sich Allcash und Cv-Cryptovision prima ergänzen könnten, und dass auf jeden Fall schon bald weitere Gespräche stattfinden werden.

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