Geschäftslage dramatisch
Gastgewerbe will Biergärten länger öffnen

Das Gastgewerbe dringt auf längere Öffnungszeiten für Biergärten. "Wir hätten die Chance, länger Geld zu verdienen, wenn wir nur dürften", sagte der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (DEHOGA), Christian Ehlers am Dienstag in Berlin.

HB/dpa BERLIN. Die Geschäftslage in Hotels und Gaststätten sei dramatisch. Im Winterhalbjahr 2002/2003 hätten 70 % der Unternehmer sinkende Umsätze verkraften müssen. 2002 war der Umsatz um 3,9 % auf 57,1 Mrd. ? zurück gegangen. Die Zahl der Betriebszusammenbrüche sei im vergangenen Jahr um 20 % gestiegen. Allein im ersten Halbjahr mussten 1275 Firmen zumachen.

Ehlers verwies auf eine Umfrage des Forschungsinstituts Emnid im Auftrag des Dehoga, wonach sich 73,7 % der Bundesbürger für längere Öffnungszeiten in Straßencafés und Biergärten ausgesprochen hätten. Es sei ein unhaltbarer Zustand, dass Wirte ihre Gäste an den wenigen schönen Tagen im Jahr noch bei Helligkeit um zehn Uhr nach Hause schicken müssten. Die Bundesregierung solle den eindeutigen Wünschen der Gäste entgegen kommen und eine bundesweite Verordnung verabschieden, die längere Öffnung erlaube. Die Anwohner würden schon durch das deutsche Wetter vor übermäßiger Lärmbelästigung geschützt.

Auf den kommenden Sommer blicke das Gastgewerbe mit gedämpftem Optimismus. Bei einer aktuellen Befragung von knapp 2900 Hoteliers und Gastronomen habe sich aber noch etwa jeder Zweite pessimistisch geäußert, berichtete Ehlers. Hoffnungen auf ein anziehendes Sommergeschäft hegten vor allem Hoteliers in einigen deutschen Feriengebieten. Auch der Dehoga gehe davon aus, dass angesichts der weltpolitischen Lage mehr Urlauber ihre Ferien in Deutschland verbringen wollten. Die Buchungssituation sei deutlich positiver als 2002, aber noch gebe es freie Betten.

Eine durchgreifende Besserung der Lage sei in diesem Jahr kaum zu erwarten, sagte Ehlers. Dagegen stünden die anhaltend hohe Arbeitslosigkeit, Verunsicherung der Verbraucher sowie ein Sparkurs bei Reise- und Bewirtungskosten der Firmen. "Eine schwarze Null im Jahre 2003 wäre schon ein Erfolg für unsere Branche", sagte Ehlers.

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