Geschäftsmodell hat in bestimmten Bereichen nicht wie geplant funktioniert
Rösch sieht Gewinnschwelle vorerst außer Reichweite

Das Medizintechnikunternehmen Rösch AG hat im Geschäftsjahr 2000/2001 (zum 31. Juli) bei gestiegenem Umsatz seinen operativen Verlust ausgeweitet und sieht die Gewinnschwelle noch nicht in Reichweite. "Sowohl unser Umsatz als auch das Ergebnis unserer Ertragslage sind unbefriedigend", sagte Rösch-Finanzvorstand Christoph von zur Gathen am Dienstag auf einer Bilanzpressekonferenz in Frankfurt.

Reuters FRANKFURT. Eine Prognose zur Umsatz- oder Ergebniserwartung für das laufende Geschäftsjahr wollte der Vorstand nicht abgeben. "Ich gebe keine optimistische Prognose ab, die ich nicht halten kann", sagte Vorstandsmitglied Burghard Weidler mit Blick auf die Gewinnschwelle und stellte sie für 2002 vorerst außer Reichweite für das Unternehmen.

Der Konzern-Umsatz habe sich im Geschäftsjahr 1999/2000 auf 6,8 Mill. ? von 3,996 Mill. ? im Vorjahr erhöht, teilte das am Neuen Markt gelistete Unternehmen weiter mit. Der Verlust vor Zinsen und Steuern (Ebit) habe sich mit 8,3 Mill. ? nach minus 1,922 Mill. ? im Vorjahr mehr als vervierfacht. "Unser Geschäftsmodell hat in bestimmten Bereichen nicht funktioniert wie geplant", kommentierte Vorstandschef Andy Rösch das Ergebnis.

Die auf 77 Angestellte erweiterte Belegschaft, mit sechs Mitarbeitern in dem Bereich Forschung und Entwicklung, werde in Zukunft eher weiter ausgebaut, als dass Rösch an Entlassungen denke, sagte Finanzvorstand von zur Gathen. "Unsere Mitarbeiterzahl dürfte sich eher steigern, vor allem im Bereich Forschung und Entwicklung", sagte er.

Analystenkritik über den Kauf der seit 2000 insolventen Ritter Concept GmbH, an dem Rösch im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres 44 % übernahm, trat der Firmenchef entgegen. "Für 870 000 ? haben wir nicht ein insolventes Unternehmen gekauft sondern die Assets übernommen", sagte Rösch. Dazu gehörten die Produktionsanlagen, der 5 000 Mitglieder zählende Kundenstamm, sowie alle Rechte und der Handelsname Ritter.

Die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) stufte die Rösch-Aktie am Dienstagnachmittag auf "Akkumulieren" von "Halten" hoch. Analyst Alexander Burger begründete die Entscheidung mit den hohen Markt- und Umsatzpotenzialen und der Konzentration des Unternehmens auf nadelfreie Injektions- und Messsysteme. Der Titel werde dadurch zu einem interessanten Investment. Eine angestrebte Kassenerstattung in Deutschland und die mögliche Einigung mit dem US-Unternehmen Equidyne über Vertriebsrechte außerhalb von EU, USA und Kanada seien gute Voraussetzungen für den Abschluss der Kooperationsverträge mit großen Pharmaunternehmen, hieß es in der Begründung weiter.

Ende Oktober hatte das Unternehmen neben der Erweiterung des Vorstandes durch Weidler eine Neustrukturierung bekannt gegeben. Rösch will sich künftig verstärkt auf Pharmakooperationen und nadelfreie Injektions- und Messsysteme konzentrieren. Aus dem direkten Vertrieb seiner Produkte will sich Rösch den Angaben zufolge deutlich zurückziehen.

Die Rösch-Aktie notierte am Dienstagabend in einem schwächeren Gesamtmarkt um elf Prozent schwächer bei 9,70 ?.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%